Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Chipherstellung: Huawei bietet Ingenieuren für Chipmaschinen doppeltes Gehalt

Huawei setzt auf einen neuen Standort für Chipmaschinen in Schanghai. Weil die USA einem niederländischen Unternehmen Vorschriften machen, an wen sie verkaufen dürfen, müsse man ASML einholen.
/ Achim Sawall
14 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Huawei-Beschäftigte im chemischen Bereich (Bild: Huawei)
Huawei-Beschäftigte im chemischen Bereich Bild: Huawei

Huawei Technologies baut in Schanghai ein großes Forschungs- und Entwicklungszentrum für die Chipherstellung. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asia unter Berufung auf Angaben der Stadtregierung und Insider(öffnet im neuen Fenster) . Dabei biete Huawei Gehaltspakete an, die bis zu doppelt so hoch sind wie die lokaler Chiphersteller, erklärten Manager und informierte Quellen der Redaktion Nikkei Asia.

Zu den Aufgaben des Zentrums gehört der Bau von Lithografiemaschinen. Huawei hat bereits zahlreiche Ingenieure eingestellt, die zuvor für Chip-Werkzeughersteller wie Applied Materials, Lam Research, KLA und ASML tätig waren. Experten mit rund 15 Jahren Berufserfahrung bei den Chipherstellern TSMC, Intel und Micron wurden ebenfalls für den neuen Standort von Huawei gewonnen. Die Arbeitsbedingungen seien jedoch brutal, zitiert Nikkei Asia einen Insider. Es werde Einsatz rund um die Uhr erwartet.

Das neue Forschungs- und Entwicklungszentrum befindet sich im Qingpu-Bezirk im Westen Schanghais, hieß es aus informierten Quellen. Auf dem riesigen Campus befindet sich auch ein Chipentwicklungszentrum und der neue Hauptsitz von Hisilicon Technologies, der Chipdesigneinheit von Huawei.

Huawei investiert für den Standort 1,7 Milliarden US-Dollar

Die Investition von Huawei wird nach Angaben der Stadtregierung rund 12 Milliarden Yuan (1,66 Milliarden US-Dollar) betragen. Laut der Regierung des Qingpu-Distrikts wird es nach der Fertigstellung Platz für mehr als 35.000 Beschäftigte bieten. Schanghai ist mit seinem Altstadtviertel bereits länger ein Anziehungspunkt für ausländische Fachkräfte.

Huawei hat sich zu dem Bericht von Nikkei Asia nicht geäußert. Golem.de bekam den Bau des Zentrums aus informierten Kreisen bestätigt.

Die gesamte chinesische Chipindustrie will der Abhängigkeit von ASML entkommen. Die EUV-Belichtungsmaschinen der Niederländer sind Industriestandard bei den neuesten Fertigungsprozessen mit Strukturbreiten von drei Nanometern und weniger. Jedoch darf die Technologie der Niederländer wegen des Handelskriegs der USA gegen Huawei nicht mehr nach China verkauft werden.


Relevante Themen