Chiphersteller: Massiver Stellenabbau bei Infineon
Bei Infineon in Regensburg werden massiv Arbeitsplätze abgebaut. Das berichtet die Mittelbayrische Zeitung unter Berufung auf eine Betriebsversammlung(öffnet im neuen Fenster) . In dem Werk sollen 400 bis 600 Arbeitsplätze verschwinden und ins Ausland verlagert werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Frei werdende Stellen würden nicht neu besetzt. Zudem würden Zeitarbeiter nicht weiterbeschäftigt.
Die IG Metall Regensburg spricht von einem Kahlschlag. Das Unternehmen verlege Produktion in "Niedrigkostenstandorte, um den Profit zu maximieren" , sagte der ostbayerische IG-Metall-Chef Rico Irmischer der Mittelbayrischen Zeitung.
Was Infineon in Regensburg produziert
Am Standort Regensburg betreibt Infineon Frontend (Chipfertigung) und drei unterschiedliche Backends (Packaging): Sensorik, Chipcard & Security und Chip Embedding. Produziert werden in Regensburg vorwiegend Halbleiter für die Automobilindustrie, insbesondere Radarsensoren. Neu errichtet wurde ein Reinraum, der durch eine Brücke an den Reinraum der Nachbarhalle angeschlossen wird.
Infineon kündigte am 7. Mai 2024 das konzernweite Programm Step Up an, das die Kostenstruktur verbessern soll. Der Stellenabbau in Regensburg ist Teil davon. Der Vorstandsvorsitzende Jochen Hanebeck sprach von einem "anhaltend schwierigen Marktumfeld" . Im zweiten Quartal erwirtschaftete Infineon 394 Millionen Euro Gewinn, ein Einbruch um die Hälfte des Wertes aus dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um fast 500 Millionen auf 3,6 Milliarden Euro.