Zahlen, bitte!

Von der Ausgangsfrage war: Steigt aufgrund der Chipknappheit für Unternehmen das Risiko, gefälschte Bauteile zu kaufen? Einer Antwort sind wir bisher noch nicht nähergekommen. Hilfreich wären konkrete Zahlen. Der zuvor bereits erwähnte Dienstleister Erai Inc., sammelt diese. Das Unternehmen bietet die Möglichkeit, Bauteilfälschungen zu melden. Die Meldungen werden regelmäßig ausgewertet, sie zeigen jedoch nur einen Ausschnitt des Geschehens, auch wenn dem Netzwerk nach eigenen Angaben "mehr als 40 Unternehmen aus sechs Kontinenten" angehören.

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Zwar stammt die letzte Auswertung von 2020, auf Nachfrage teilte Richard Smith von Erai Inc. jedoch mit, 2020 und 2021 habe man lediglich einen "leichten Anstieg" der Anzahl von gefälscht gemeldeten Teilen verzeichnet. Allerdings stieg nach Angaben der Organisation World Semiconductor Trade Statistics (WSTS) der Umsatz mit Halbleitern im Jahr 2020 auf 440 Milliarden US-Dollar. Im vergangenen Jahr wurden sogar fast 556 Mrd. US-Dollar umgesetzt - mit Abstand ein neuer Rekord. Zudem wurden mit mehr als einem Sechstel der Fälle 2019 Kondensatoren am häufigsten als gefälscht gemeldet.

Angesichts des gleichzeitig steigenden Umsatzes liest sich "leichter Anstieg" mehr wie eine Kontinuität des Problems als ein beträchtliches Ansteigen, von dem die Dienstleister sprechen. So wollte Smith auch keinen direkten Zusammenhang zwischen Knappheit und Falschungsaktivität herstellen. Unter Einbeziehung anderer Faktoren lässt sich sogar spekulieren, dass die andauernde Bauteilknappheit die Anfälligkeit für Fälschungen reduziert hat. Der Analysedienstleister Levadata sowie der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC behaupten, dass Kunden Chips horten. So seien sie aufgrund voller Lager tatsächlich sogar weniger anfällig für gefälschte Ware - entsprechendes Kapital und eine gute Beschaffungsabteilung vorausgesetzt.

Abnehmer könnten also langfristiger planen, was der Halbleiterhersteller Maxim Integrated bereits 2012 nahelegte. So sinkt die Gefahr, bei einem kurzfristigen Engpass auf weniger vertrauenswürdige Anbieter ausweichen zu müssen.

Analysedienstleister widerspricht

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Paul Braun von der HTV Conservation GmbH aus Bensheim widerspricht jedoch. Das Unternehmen bietet Dienstleistungen für die Elektronikindustrie an, unter anderem die Langzeitlagerung und Analyse von Bauteilen. Einerseits sei zu beobachten, dass Kunden ihre eingelagerten Kapazitäten aufbrauchten, andererseits sei die Nachfrage nach Analysedienstleistungen signifikant gestiegen. Sowohl kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als auch große Elektronikhersteller nähmen diese bei HTV in Anspruch.

Braun führt dies explizit auf die schlechte Verfügbarkeit diverser Bauteile zurück. Viele Kunden müssten dadurch auf Händler des grauen Markts zurückgreifen - zumindest scheinen diese sich aber der Probleme bewusst zu sein. Regelmäßig werden Braun und seine Kollegen fündig: Er schätzt, dass etwa jeder zwölfte der untersuchten Bausteine nicht, wie behauptet, neu ist. Größtenteils würden wiederaufbereitete Komponenten verkauft. Diese werden aus alten Schaltungen ausgelötet und mit einer neuen Beschriftung versehen, um sie als Neuware auszugeben. Echte Fälschungen seien selten, explizit als stark betroffen nennt Braun Leistungshalbleiter.

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klick mich 16. Mär 2022

10x 0815 umgelabelten Si-Transistor erhalten. Antwort vom Jammerlappen aus China: Dear...

Darkmalvet 14. Mär 2022

Oft genug steht teilweise sogar kritische Infrastruktur vor dem Problem keine Ersatzteile...

__M 13. Mär 2022

Große Firmen mögen das stemmen können, der mittelständische Zulieferer der großen...

__M 12. Mär 2022

Nicht nur die Klone werden hierdurch gesperrt, sondern auch alte Revisionen der...



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