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Chipausrüster: Süss Microtec investiert 45 Millionen in Forschungszentrum

Der Chipausrüster Süss Microtec will bis zu 45 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum in Deutschland investieren.
/ Michael Linden
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Burkhardt Frick, CEO von Süss Microtec (Bild: Süss Microtec)
Burkhardt Frick, CEO von Süss Microtec Bild: Süss Microtec

Der im TecDAX notierte Chipausrüster Süss Microtec plant eine größere Investition in die Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen wolle bis zu 45 Millionen Euro in ein neues Entwicklungszentrum in Deutschland aufwenden, wie Vorstandschef Burkhardt Frick dem Handelsblatt mitteilte(öffnet im neuen Fenster) . Über den genauen Standort sei noch nicht entschieden. Die Nähe zu Hochschulen gilt als wichtiges Kriterium.

Die Investition ist Teil einer breiteren Wachstumsstrategie. Frick kündigte an, in den kommenden zwei Jahren zehn neue Produkte auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig soll der Anteil der Forschungs- und Entwicklungsausgaben von derzeit neun Prozent des Umsatzes auf elf Prozent bis 2030 steigen. In dem geplanten Zentrum sollen Süss-Spezialisten gemeinsam mit Kunden an fortschrittlichen Anwendungen arbeiten und unter Reinraumbedingungen Prototypen testen.

Zwei Fabriken in Deutschland, neue Produktion in Taiwan

Derzeit betreibt der Chipausrüster zwei Fabriken in Deutschland. Am Hauptsitz in Garching bei München arbeiten etwa 300 Beschäftigte, in Sternenfels bei Pforzheim sind es rund 600. Die jüngste Produktionsstätte eröffnete das Unternehmen im Oktober in Taiwan, in der Nähe des Großkunden TSMC. Die Bauarbeiten für das Entwicklungszentrum könnten 2027 beginnen.

Spezialist mit prominenten Kunden

Mit rund 1.500 Beschäftigten und einem Umsatz von gut 384 Millionen Euro in den ersten neun Monaten 2025 gehört Süss Microtec zu den kleineren Akteuren im Markt. Weltmarktführer ASML aus den Niederlanden erreichte im Vergleich dazu 23 Milliarden Euro. Dennoch beliefert Süss Unternehmen wie TSMC, Micron, Samsung, SK Hynix sowie Infineon und Texas Instruments. Neben Aixtron aus Aachen gilt Süss als wichtigster unabhängiger Chipausrüster in Deutschland.

Das Unternehmen spielt auch eine Rolle in der Produktion von Nvidia-KI-Beschleunigern. Der weltgrößte Chipkonzern betreibt keine eigenen Werke und kauft bei TSMC ein. Die Anlagen von Süss kommen an verschiedenen Stellen im Produktionsprozess zum Einsatz, vor allem im Backend, der Weiterverarbeitung der Chips.

Süss verkauft unter anderem Bonder zum Verbinden von Bauelementen sowie Belacker für das Auftragen von Fotolacken auf Siliziumscheiben. Ein weiteres Geschäftsfeld sind Geräte zur Reinigung von Masken für die Belichtung. Das Unternehmen erschließt auch neue Bereiche wie das Hybrid-Bonding, bei dem verschiedene Chipkomponenten eng in einem Bauteil verbunden werden.

Ehrgeizige Wachstumsziele bis 2030

Beim Kapitalmarkttag im Herbst stellte Frick ein Wachstum von 9 bis 13 Prozent jährlich bis 2030 in Aussicht. Der Chipausrüster würde damit Ende des Jahrzehnts Erlöse zwischen 750 Millionen und 900 Millionen Euro erzielen. Parallel soll die Profitabilität steigen. Die Vertriebs- und Verwaltungskosten will Frick um bis zu drei Prozentpunkte auf maximal zwölf Prozent senken. Die operative Marge soll auf 20 bis 22 Prozent klettern.

Als Wachstumstreiber nennt Frick die KI-Entwicklung. "Das KI-Geschäft wird wellenförmig verlaufen, aber es wird langfristig kräftig wachsen" , sagte der Manager. Analysten von Jefferies halten den Plan für realistisch. Michael Kuhn von der Deutschen Bank urteilt, die Umsetzung bleibe entscheidend, der Fahrplan erscheine aber konsistent.

Börse reagiert verhalten

Die Börse zeigt sich zurückhaltend. Seit dem Allzeithoch im Herbst 2024 verloren die Aktien mehr als 40 Prozent an Wert und notieren bei gut 38 Euro. Der Kurs schwankt allerdings stark. Nach einer Prognosesenkung Ende Oktober 2025 folgte eine Erholungsrallye.

Frick sieht sein Unternehmen trotzdem auf Kurs. "Wir gewinnen mehr Projekte, als wir verlieren" , sagte der ehemalige ASML-Manager. Mit der neuen Fabrik in Taiwan verfüge Süss über ausreichend Kapazitäten.


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