Chinesischer Autohersteller: Chery nutzt angeblich VWs frühere Fabrik in Russland

Die früheren Fabriken deutscher Autohersteller wie VW und Mercedes-Benz in Russland werden inzwischen offenbar von der chinesischen Konkurrenz genutzt. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf fünf Personen, die mit der Angelegenheit vertraut seien. Dem Bericht zufolge hat der chinesische Hersteller Chery im früheren VW-Werk Kaluga, südwestlich von Moskau, inzwischen eine Montage aufgebaut.
Nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine in Februar 2022 verkaufte VW seine Fabrik in Kaluga an die Handelsgruppe Avilon und Mercedes-Benz sein Werk in Jessipowo bei Moskau an den russischen Autohändler Avtodom. Die Hersteller Renault und Nissan stießen ebenfalls ihre Werke ab.
Ebenso wie die zuvor deutschen Hersteller lässt Chery seine Fahrzeuge in Russland nicht vollständig montieren. Stattdessen wird die Montage fast fertiggestellter Autos in den früheren Werken von VW, Mercedes-Benz und Nissan lediglich abgeschlossen. Mit dem Verfahren, Semi-Knocked-Down genannt(öffnet im neuen Fenster) , können die russischen Importzölle auf Autos vermieden werden. Chery zahle den russischen Eigentümern eine Gebühr für die Nutzung der Fabriken.
VW zeigt sich wenig überrascht
Chery ist bislang Chinas größter Autoexporteur und verfügt laut Reuters inzwischen über einen Anteil von 20 Prozent am russischen Automarkt. Gebaut würden in Russland die Modelle Tiggo und Exceed, die allerdings unter anderen Namen wie Xcite X-Cross 7 verkauft würden.
Schon seit 2007 verfügt Chery über eine Fabrik in Kaliningrad(öffnet im neuen Fenster) , wo die größte Zahl der Fahrzeuge für den russischen Markt produziert wird. Zuvor ließ Chery dem damaligen Bericht zufolge die meisten seiner Autos im Werk des Wettbewerbers Avtotor bauen. In dessen Fabrik in Kaliningrad wurden demnach auch Fahrzeuge für BMW, GM und Kia montiert.
Sowohl Mercedes-Benz als auch Volkswagen wollten sich nicht über die Weiternutzung ihrer früheren Werke äußern. Auf Anfrage der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) verwies Mercedes-Benz darauf, dass das Geschäft seit April 2023 bei Avtodom liege. Bei VW zeigte man sich der Zeitung zufolge "wenig überrascht" über die Entwicklung. Nach dem Verkauf läge die Verantwortung über die Nutzung bei dem neuen Eigentümer.



