Abo
  • IT-Karriere:

Chinesische Suchmaschine: Google treibt Dragonfly angeblich weiter voran

Angeblich hat Google die Arbeit an der chinesischen Suchmaschine Dragonfly eingestellt. Doch misstrauische Mitarbeiter haben weiter nachgeforscht - und etwas völlig anderes festgestellt. Google dementiert den Bericht.

Artikel veröffentlicht am ,
Hebt Googles Libelle am Ende doch noch ab?
Hebt Googles Libelle am Ende doch noch ab? (Bild: Jamal Saidi/Reuters)

Der Suchmaschinenkonzern Google arbeitet offenbar weiter an einer Suchmaschine für den chinesischen Markt. Das berichtet das Portal The Intercept unter Berufung auf Google-Mitarbeiter, die im eigenen Unternehmen nach Hinweisen auf Entwicklungsarbeit am Projekt Dragonfly gesucht haben sollen. The Intercept hatte im vergangenen Dezember berichtet, dass Google Entwickler aus dem Dragonfly-Team abgezogen habe und Dragonfly "faktisch beendet" sei. Das Projekt steht firmenintern in der Kritik, weil Google mit seiner Suchmaschine die chinesischen Zensurvorgaben erfüllen will.

Stellenmarkt
  1. Scheer GmbH, Freiburg
  2. Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg im Breisgau

Google hatte vor etwa neun Jahren die Zensurmaßnahmen seines chinesischen Angebots eingestellt. In den vergangenen Jahren wollte der Konzern mit Dragonfly eine neue Suchmaschine entwickeln. Trotz der internen Kritik haben Google-Manager, darunter Firmenchef Sundar Pichai, bislang keinen völligen Verzicht auf das Projekt geäußert. Über Details zu Dragonfly schweigt Google beharrlich.

Code-Repositories analysiert

The Intercept zitiert aus einer vertraulichen E-Mail des Google-Managers Caesar Sengupta von Mitte Dezember 2018. In dieser wird den Mitarbeitern des Dragonfly-Teams angekündigt, dass sie künftig anderen Kostenstellen zugeordnet werden sollen. Allerdings berichtet das Magazin unter Berufung auf Google-Mitarbeiter, dass den betroffenen Entwicklern nicht gesagt worden sei, sofort ihre Arbeit an dem Projekt einzustellen. Statt dessen sollten sie ihre Arbeit zunächst abschließen. Einige seien hingegen anderen Länder-Projekten zugewiesen worden.

Doch das reichte einigen Google-Mitarbeitern, die nicht selbst in das Projekt involviert sind, offenbar nicht. Sie suchten auf Google-Servern nach Hinweisen, die auf eine weitere Arbeit am Projekt Dragonfly deuteten. Dabei stießen sie in Versionsdatenbanken auf Code, der mit Dragonfly in Verbindung stehe. Demnach wurde weiterhin an zwei Apps gearbeitet - Maotei und Longfei - die Google für chinesische Nutzer von Android und iOS entwickelt habe. Die Google-Mitarbeiter entdeckten dabei 500 Code-Änderungen im Dezember und 400 im Januar und Februar dieses Jahres. Das entspreche den durchschnittlichen Code-Änderungen in den Monaten seit August 2017, habe eine Quelle dem Magazin bestätigt.

Den Informanten zufolge seien weiterhin einige 100 Mitarbeiter der Kostenstelle Dragonfly zugeordnet. Einer der Hinweisgeber wird mit den Worten zitiert: "Ich glaube immer noch, dass das Projekt tot ist. Aber wir warten immer noch auf eine Erklärung von Google, dass Zensur inakzeptabel ist und dass wir nicht mit Regierungen zur Unterdrückung ihrer Bevölkerung zusammenarbeiten."

Nachtrag vom 6. März 2019, 10:43 Uhr

Google dementierte am Mittwoch den Bericht. "Diese Spekulation ist unzutreffend. Wie wir vor einigen Monaten gesagt haben, haben wir keine Pläne, eine Suchmaschine in China zu starten", sagte ein Google-Sprecher und fügte hinzu: "Es wird auch nicht an solch einem Projekt gearbeitet. Die Mitarbeiter des Teams sind zu anderen Projekten gewechselt."



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 349,00€
  2. 239,00€

amagol 07. Mär 2019

Nur das dein Scenario, das grade 30% in einem kritischen Bereich kuendigen sehr...

Kelran 07. Mär 2019

Zunächst: Du springst mitten in die Kausalkette hinein. Die Atombombe wäre zu verhindern...

aPollO2k 06. Mär 2019

Machts auch nicht besser :D


Folgen Sie uns
       


AMD stellt Navi-Grafikkarten vor

Die neuen GPUs sollen deutlich effizienter und leistungsstärker sein und ab Juli 2019 verfügbar sein.

AMD stellt Navi-Grafikkarten vor Video aufrufen
Orico Enclosure im Test: Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick
Orico Enclosure im Test
Die NVMe-SSD wird zum USB-Stick

Wer eine ältere NVMe-SSD über hat, kann diese immer noch als sehr schnellen USB-Stick verwenden: Preiswerte Gehäuse wie das Orico Enclosure nehmen M.2-Kärtchen auf, der Bridge-Chip könnte aber flotter sein.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Server Supermicro mit Chassis für 40 E1.S-SSDs auf 2 HE
  2. Solid State Drive Longsys entwickelt erste SSD nur mit chinesischen Chips
  3. SSDs Samsung 970 Pro mit 2TB und WD Blue 3D mit 4TB

LEDs: Schlimmes Flimmern
LEDs
Schlimmes Flimmern

LED-Licht zu Hause oder im Auto leuchtet nur selten völlig konstant. Je nach Frequenz und Intensität kann das Flimmern der Leuchtmittel problematisch sein, für manche Menschen sogar gesundheitsschädlich.
Von Wolfgang Messer

  1. Wissenschaft Schadet LED-Licht unseren Augen?
  2. Straßenbeleuchtung Detroit kämpft mit LED-Ausfällen und der Hersteller schweigt
  3. ULED Ubiquitis Netzwerkleuchten bieten Wechselstromversorgung

In eigener Sache: Golem.de bietet Seminar zu TLS an
In eigener Sache
Golem.de bietet Seminar zu TLS an

Der Verschlüsselungsexperte und Golem.de-Redakteur Hanno Böck gibt einen Workshop zum wichtigsten Verschlüsselungsprotokoll im Netz. Am 24. und 25. September klärt er Admins, Pentester und IT-Sicherheitsexperten in Berlin über Funktionsweisen und Gefahren von TLS auf.

  1. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
  2. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht
  3. Golem Akademie Golem.de startet Angebote zur beruflichen Weiterbildung

    •  /