Angst vor Datenklau durch CIA und FBI

Zumal mit jedem Börsengang eines chinesischen Unternehmens in den USA die Gefahr zunimmt, dass die Spekulation mit seinen Aktien dort heiß läuft, die Blase platzt und sich eine Krise wie vor gut zwölf Jahren entwickelt - nur diesmal mit großem Schaden für die chinesische Volkswirtschaft und die KP.

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Dass die Regierung der Vereinigten Staaten maßgeblichen Einfluss auf die finanzielle Situation der inzwischen rund 250 an US-Börsen gelisteten chinesischen Unternehmen nehmen kann, macht das Bedrohungsszenario aus der Sicht Pekings nur umso größer. Seit Ex-Präsident Donald Trump in seinen letzten Monaten im Amt den Holding Foreign Companies Accountable Act unterschrieb, kann die US-Regierung chinesische Gesellschaften von der Börse nehmen, wenn die Behörden der Volksrepublik der US-amerikanischen Aufsicht über die Wirtschaftsprüfer in den Vereinigten Staaten drei Jahre hintereinander die Einsicht in die Arbeitsunterlagen der in China bei den entsprechenden Unternehmen tätigen chinesischen Prüfer verweigern.

Da Peking darin nicht nur ein finanzielles Risiko sieht, sondern befürchtet, dass die Geheimdienste der USA dadurch an sicherheitsrelevante Daten auf den Servern der geprüften Unternehmen kommen könnten, dürfen chinesische Internet-Unternehmen mit mehr als einer Million Usern ihre Aktien seit Anfang Juli 2021 nur noch nach einer Sicherheitsprüfung durch die CAC an einer Börse in den Vereinigten Staaten listen.

Da viele der 1,4 Milliarden Menschen in China täglich online sind, kommen Plattformen und Apps in der Volksrepublik so schnell auf eine Million Nutzer, dass die neue Regel praktisch alle chinesischen Internetunternehmen betrifft.

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Durch die große Zahl ihrer User haben die Unternehmen auch Datensätze über die persönlichen und finanziellen Verhältnisse sowie das Verhalten von teils über einer Milliarde Menschen. Diese Daten sind, wie der Staatsrat der Volksrepublik im April 2020 feststellte, ein Produktionsfaktor wie Arbeit, Boden und Kapital.

Volksrepublik wird private Datenmonopole verhindern

Sie können daher in der sozialistischen Wirtschaftsordnung privaten Unternehmen auch nicht exklusiv gehören. "In den kommenden Jahren wird die KP deshalb auch Gesetze erlassen, die Unternehmen und Behörden mehr Zugriff auf die Datenbestände anderer Privatunternehmen erlauben", erwartet MERICS-Experte Nis Grünberg.

Dass sie in Chinas neuer Wirtschaftsordnung künftig keine privaten Datenmonopole erlauben wird, macht die Partei schon jetzt mit vielen der in den vergangenen Monaten gegen die Digitalwirtschaft der Volksrepublik ergriffenen Maßnahmen deutlich.

Die lautlose Eroberung: Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Denn sie selbst kann die persönlichen Daten der Menschen in China aus ihrer Sicht auf jeden Fall besser beherrschen als jeder private Internetkonzern. Das ließ sie die parteitreue englischsprachige Tageszeitung Global Times im Juli in einem Leitartikel verkünden. Während Privatunternehmen die Daten nutzen, um ihren Gewinn zu maximieren, glaubt die KP, mit Hilfe der Informationen über die Lebensverhältnisse der Menschen Armut gezielter bekämpfen, öffentliche Dienstleistungen effizienter zur Verfügung stellen und die innere Sicherheit besser gewährleisten zu können.

Je leistungsfähiger die Verwaltung ist, desto mehr Ansehen und Vertrauen genießt die Partei und desto größer ist ihre Macht, so die Überlegung. Einen Grund, den Kaiser zu schmähen, gibt es für sie dann nicht mehr.

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 600 Millionen Chinesen leben von 150 US-Dollar im Monat
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snobs 03. Nov 2021 / Themenstart

Auf Arte.tv gibt es ein paar interessante Berichte zu China, z.B.: "China Xi...

tonictrinker 28. Okt 2021 / Themenstart

Das stimmt doch gar nicht. China ist doch schon länger der neue Feind. Uiguren hier...

Leviosa 27. Okt 2021 / Themenstart

Ne da musste mich verwechseln, alle mit ner Stasi Vergangenheit haben nix ins...

fanreisender 27. Okt 2021 / Themenstart

Es sieht ein wenig so aus, als wäre China schlicht ein wenig zu groß für die nahezu...

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