VR unterbindet größten Börsengang der Geschichte

Zunächst stoppte die chinesische Regierung vergangenen November den Börsengang des Finanzdienstleisters und Betreibers der Bezahl-App Alipay, Ant, zwei Tage vor dessen Erstnotierung in Hongkong und Shanghai.

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Mit einem geschätzten Volumen von 34,5 Milliarden US-Dollar wäre es der größte Börsengang in der Geschichte der Weltwirtschaft geworden. Kurz zuvor hatte Jack Ma, Gründer und Chef von Alibaba, dem Mutterkonzern von Ant, öffentlich die behäbigen Geschäftspraktiken der chinesischen Staatsbanken kritisiert.

Im Mai 2021 verhängte die SAMR dann ein Bußgeld von 2,3 Milliarden Euro gegen Alibaba. Eine so hohe Strafe hatte es in der Volksrepublik bis dahin noch nicht gegeben.

Die SAMR begründete ihre Härte damit, dass Alibaba seine Marktmacht zum Schaden der Kleinhändler missbrauche, die den Onlinemarktplatz nutzen. Außerdem habe ihr der Konzern in der Vergangenheit einige Fusions- und Übernahmegeschäfte nicht zur Genehmigung vorgelegt. Interessanterweise hatte sich die Behörde bis dahin nicht daran gestört.

Kritik wird schwer bestraft

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Mit dem gleichen Argument verhängte die Behörde Bußgelder gegen den Social-Media- und Online-Spiele-Konzern Tencent sowie die Fahrdienst-App Didi Xuxing. Außerdem untersagte sie die Börsengänge mehrerer chinesischer Unternehmen - darunter Ende Juni 2021 den von Didi in den USA. Sie berief sich dabei auf Bedenken der CAC. Diese wirft dem App-Betreiber unter anderem vor, Statistiken über Taxifahrten hochrangiger Regierungsbeamter veröffentlicht und damit deren Sicherheit gefährdet zu haben.

Trotz der Einwände ging Didi am 1. Juli 2021 in New York an die Börse. Noch am selben Abend kündigte die CAC an, Ermittlungen gegen das Unternehmen aufzunehmen. Inzwischen ermitteln auch die SAMR sowie die Ministerien für öffentliche Sicherheit, Staatssicherheit, Transport und Natürliche Ressourcen sowie das Ministerium für Staatliche Verwaltung und Steuern bei der Fahrdienst-App.

Diese musste Didi in China zudem aus den Appstores entfernen. Außerdem könnte dem Unternehmen eine noch höhere Strafe drohen, als sie Alibaba erhalten hat. Die chinesischen Behörden könnten den durch den Börsengang zum Milliardär gewordenen Didi-Gründer Cheng Wei sogar dazu zwingen, das Unternehmen wieder von der Börse zu nehmen, befürchten Kapitalmarktexperten.

Kurz nach dem Skandal um die App nahm die CAC außerdem Ermittlungen gegen Tochterfirmen von Full Truck Alliance, einer Plattform, über die Eigentümer von Lkw ihre Fahrzeuge verleihen können, und die Jobbörse Boss Zhipin auf.

Die lautlose Eroberung: Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Peking nimmt datenbasierte Geschäftsmodelle ins Visier

Das Geschäftsmodell beider Unternehmen baut wie das von Didi auf den Daten auf, die sie über ihre Kunden haben. Wie Didi sind beide Gesellschaften zudem erst kürzlich in den Vereinigten Staaten an die Börse gegangen.

Ebenfalls Anfang Juli 2021 erließ die SAMR neue Regularien für den Onlinehandel. Künftig dürfen Plattformen wie Alibaba, JD.com oder Pinduoduo die Daten, die sie über ihre Kunden und deren Transaktionen haben, keiner Big-Data-Analyse mehr unterziehen. Auch dürfen sie Produkte nicht mehr unter ihrem Einstandspreis oder an unterschiedliche Kunden zu unterschiedlichen Preisen verkaufen.

Marktplätze dürfen den bei ihnen registrierten Händlern nicht mehr verbieten, ihre Waren auch auf anderen Plattformen anzubieten. Auch einen Zwang zur exklusiven Nutzung ihrer jeweiligen Zahlungsdienstleister darf es nicht mehr geben.

Wenige Wochen später startete die KP dann eine öffentliche Hetzkampagne gegen die Videospiele von Tencent, verbot Online-Nachhilfe-Instituten, Gewinne zu erwirtschaften und erließ Mitte August eine Reihe von Regularien, die das Online-Marketing der großen Plattform-Unternehmen weitgehend einschränken.

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 Wirtschaft: Warum China gegen Internetkonzerne vorgehtChina verabschiedet sich von Wachstum um jeden Preis 
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snobs 03. Nov 2021 / Themenstart

Auf Arte.tv gibt es ein paar interessante Berichte zu China, z.B.: "China Xi...

tonictrinker 28. Okt 2021 / Themenstart

Das stimmt doch gar nicht. China ist doch schon länger der neue Feind. Uiguren hier...

Leviosa 27. Okt 2021 / Themenstart

Ne da musste mich verwechseln, alle mit ner Stasi Vergangenheit haben nix ins...

fanreisender 27. Okt 2021 / Themenstart

Es sieht ein wenig so aus, als wäre China schlicht ein wenig zu groß für die nahezu...

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