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Chinas KI-Offensive: Roboter tanzen, springen, kämpfen zum Frühlingsfest

Unitrees Humanoid- Roboter zeigten bei der Frühlingsfest-Gala eine Tanzshow – und setzen damit ein industriepolitisches Signal weit über die Bühne hinaus.
/ Andreas Donath
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Roboter mit Akrobatikeinlage (Bild: Chinesisches Staatsfernsehen)
Roboter mit Akrobatikeinlage Bild: Chinesisches Staatsfernsehen

Das chinesische Robotikunternehmen Unitree hat bei der diesjährigen Frühlingsfest-Gala Aufsehen erregt. Humanoidroboter des Typs G1 führten Sprünge, Salti, Einbeinflips(öffnet im neuen Fenster) und eine Airflare-Drehung(öffnet im neuen Fenster) mit siebeneinhalb Rotationen vor – Bewegungsabläufe, die allesamt als extrem schwierig gelten.

Ein Jahr, ein gewaltiger Sprung

Beim Gala-Auftritt 2025 beschränkten sich Unitrees Roboter noch auf einen traditionellen Yangge-Volkstanz(öffnet im neuen Fenster) , inszeniert von Regisseur Zhang Yimou. Der Leistungszuwachs innerhalb eines einzigen Jahres ist beachtlich: Der Robotik-Experte Georg Stieler erklärte Reuters(öffnet im neuen Fenster) , dass die deutlich gestiegene Leistungsfähigkeit vor allem auf die konsequente Weiterentwicklung der KI-gestützten Steuerungssoftware zurückgehe.

Neue Hände, neue Fähigkeiten

Die H1-Modelle waren mit eigens entwickelten Greifhänden ausgestattet, die einen schnellen Wechsel und sicheren Umgang mit Requisiten wie Stäben und Nunchaku ermöglichen. Die Sequenz Kampf des betrunkenen Kämpfers ( Zui Quan(öffnet im neuen Fenster) ) demonstrierte dabei nicht nur die Fortschritte in der Koordination mehrerer Roboter, sondern auch in der Fehlerkorrektur – also der Fähigkeit, nach einem Sturz selbstständig wieder aufzustehen. Den Abschluss bestritt ein 1,8 Meter großer H2-Roboter mit einem symbolischen Schwertkampf.

Showbühne als Industriepolitik

Unitree war nicht allein: Auch die Start-ups Galbot, Noetix und Magiclab präsentierten Humanoidroboter. Darunter war ein Auftritt in einem Comedysketch sowie eine Choreografie zum Song We Are Made in China. Die Gala, die im vergangenen Jahr 79 Prozent der chinesischen Fernsehzuschauer erreichte, dient seit Jahrzehnten als Schaufenster für Pekings Technologieambitionen und soll der Welt vor Augen führen, wozu chinesische Ingenieurskunst fähig ist.

Börsengang und staatliche Rückendeckung

Sowohl Unitree als auch Agibot sollen sich Berichten zufolge auf einen Börsengang in diesem Jahr vorbereiten. Laut dem Marktforschungsunternehmen Omdia stellte China im vergangenen Jahr mit 13.000 Einheiten rund 90 Prozent aller weltweit ausgelieferten Humanoidroboter her. Morgan Stanley geht dem Reuters-Bericht zufolge davon aus, dass sich Chinas Absatzzahlen 2025 mit rund 28.000 Einheiten mehr als verdoppeln könnten.


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