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Chinas großer KI-Schwenk: Roboter sollen die Wirtschaft retten

China setzt im neuen Fünfjahresplan voll auf KI – als Antwort auf Überalterung, Arbeitskräftemangel und den Technologiewettstreit mit den USA .
/ Andreas Donath
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Agibot-Roboter räumt ein Regal ein. (Bild: Agibot)
Agibot-Roboter räumt ein Regal ein. Bild: Agibot

China hat seinen neuen Fünfjahresplan vorgelegt – und KI steht dabei so prominent im Mittelpunkt wie nie zuvor, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) .

Das 141-seitige Dokument erwähnt künstliche Intelligenz mehr als 50-mal und enthält einen umfassenden KI+-Aktionsplan. Konkret vorgesehen sind unter anderem der Einsatz von Robotern in Branchen mit Arbeitskräftemangel sowie KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend ohne menschliche Aufsicht erledigen sollen. Der Plan wurde zum Auftakt der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses in Peking veröffentlicht.

Analysten werten die starke Betonung von Technologie – im chinesischen Politikjargon als "neue qualitative Produktivkräfte" bezeichnet – als direkte Reaktion auf den demografischen Druck durch Chinas alternde Bevölkerung sowie auf den verschärften Wettbewerb mit den USA. "Pekings Ziel ist es, KI und Robotik zu nutzen, um die Produktivität in einem breiten Spektrum von Sektoren zu steigern – von der Fertigung über die Logistik bis hin zu Bildung und Gesundheit" , sagte Kyle Chan, China-Technologieexperte am Thinktank Brookings Institution.

Quantencomputer, Mondstation, Fusionsenergie

Der Plan geht weit über KI hinaus. Peking kündigt Durchbrüche in der Kernfusion an, plant eine wiederverwendbare Schwerlastrakete und will ein integriertes Quanten-Kommunikationsnetzwerk zwischen Erde und Weltraum aufbauen. Auch der Bau skalierbarer Quantencomputer sowie eine Machbarkeitsstudie für eine Mondforschungsstation sind im Dokument enthalten.

Open Source als strategische Waffe gegen die USA

Besondere Aufmerksamkeit bei Analysten erregte ein Passus zum Aufbau von Open-Source-KI-Communitys – eine explizite Neuerung gegenüber früheren Planungsdokumenten. "Open Source wurde in früheren Dokumenten nicht erwähnt, und das ist auch ein zentraler Unterschied zwischen dem chinesischen und dem amerikanischen KI-Ansatz" , sagte Tilly Zhang, Technologie- und Industriepolitikanalystin bei Gavekal Dragonomics. China scheine zu dem Schluss gekommen zu sein, dass Open-Source-KI einen strategischen Vorteil gegenüber den USA bieten könnte.

Chipunabhängigkeit als Kernziel

Ein gesondertes Dokument der chinesischen Planungsbehörde behauptete, das Land sei bei KI-Forschung und -Anwendung sowie in der Biomedizin, Robotik und Quantentechnologie bereits führend. Gleichzeitig betont der Plan die Notwendigkeit technologischer Eigenständigkeit – insbesondere bei Chips und in der Luftfahrt.


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