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Chinas All-Offensive: China will kommerzielle Raumfahrt dominieren

Mit dem 2027-Plan und dem inländischen Ausbau von wiederverwendbaren Raketen möchte China die Dominanz von SpaceX herausfordern.
/ Patrick Klapetz
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Aufstieg Chinas in der Raumfahrt, symbolisiert mit einem chinesischen Raketenstart (Bild: Pixabay)
Aufstieg Chinas in der Raumfahrt, symbolisiert mit einem chinesischen Raketenstart Bild: Pixabay

China will bis 2027 zum globalen Marktführer der kommerziellen Raumfahrt aufsteigen. Der von der chinesischen Raumfahrtbehörde CNSA veröffentlichte Aktionsplan(öffnet im neuen Fenster) markiert einen strategischen Wandel hin zur Kommerzialisierung, um technologische Souveränität und die nationale Sicherheit zu festigen.

Schon heute ist der gewerbliche Weltraum ein Kernpfeiler der chinesischen Strategie. Nachdem 2024 ein Weltraumfahrplan den Aufstieg zur führenden Weltraummacht bis 2050 festschrieb, wurden kürzlich die Börsenbedingungen für private Raketenbauer gelockert.

Der Sektor wurde 2024 mit über 15 Milliarden Dollar bewertet und steht vor einem exponentiellen Wachstum. Die Regierung in Peking geht davon aus, dass der gesamte Markt der Weltraumwirtschaft, staatlich und privat, bis zum Jahr 2050 ein Volumen von bis zu zehn Billionen US-Dollar erreichen könne. 

Der 5-Punkte-Plan zum Erfolg

Um dieses Ökosystem zu fördern, setzt die CNSA auf fünf zentrale Initiativen. Dazu gehört die Öffnung staatlicher Projekte für private Akteure. Hier liegt der Schwerpunkt auf Wiederverwendbarkeit und intelligenten Satelliten.

Zudem soll ein nationaler Fonds für sogenanntes geduldiges Kapital, also langfristige Investitionen, eingerichtet werden. Der dritte Punkt des Aktionsplans zielt auf den gemeinsamen Zugang zu staatlichen Testeinrichtungen ab, wodurch es zur Kostensenkung im Privatsektor kommen soll.

Dann sollen technische Standards für zivile und kommerzielle Starts vereinheitlicht werden. Außerdem wird die Beschleunigung eines nationalen Raumfahrtgesetzes zur rechtlichen Absicherung angestrebt.

Wiederverwendbarkeit als Schlüsselfaktor und die Jagd auf SpaceX

Besonders die Entwicklung eigener wiederverwendbarer Raketen soll den kommerziellen Raumfahrtmarkt voranbringen. Das Unternehmen Landspace strebt mit der Zhuque-3 etwa Startpreise von unter 2.600 US-Dollar pro Kilogramm an. Das ist ein direkter Angriff auf die Preise der Trägerrakete Falcon 9 von SpaceX. Deren Startkosten liegen je nach Missionsanforderungen bei ungefähr 3.000 US-Dollar pro Kilogramm Nutzlast.

Auch die staatliche Langer-Marsch-Familie (CZ-8 bis CZ-12) wird konsequent auf Teil- oder Wiederverwendbarkeit umgerüstet. Die Erststufe der Langen-Marsch-10A konnte kürzlich eine erfolgreiche Wasserung vorweisen.

Derzeit hinkt China jedoch der Startkapazität hinterher. Zwar konnten 2025 insgesamt 93 chinesische Orbitalstarts verbucht werden. Doch das ist nur die Hälfte von den US-amerikanischen Startkapazitäten, von denen SpaceX die meisten Raketen ins All schickte.

Angriff auf den Sektor der Megakonstellationen

Und um gegen SpaceX zu konkurrieren, werden in China die Megakonstellationen ausgebaut. Insgesamt geht es um sechs chinesische Megakonstellationen, zu denen unter anderem die Netzwerke Qianfan und Guowang gehören. Während Starlink allein irgendwann aus 42.000 Satelliten bestehen soll, umfassen die sechs chinesischen Megakonstellationen zusammen 50.730 Satelliten.

Doch die zunehmende Dichte im Orbit erhöht das Risiko des Kessler-Syndroms – einer Trümmer-Kettenreaktion. Wie real diese Gefahr ist, zeigte die Shenzhou-20-Mission im November 2024, als ein Trümmerteil die Außenbordscheibe des Raumschiffs beschädigte und einen komplexen Evakuierungsplan auslöste.

Um die kommerzielle chinesische Raumfahrtbranche bis 2027 zum Marktführer zu machen, verpflichten sich die staatlichen Behörden, kommerzielle Startdienste und Datenprodukte zu beschaffen. Das soll einen stabilen Inlandsmarkt für private Firmen garantieren. Der Staat fungiert somit als Auftraggeber. Die Umsetzung dieser Ziele erfolgt dagegen über regionale Zentren in Peking, Shanghai und Hainan.

Ob die Marktführerschaft bis 2027 gelingt, entscheidet sich an der Perfektionierung der Wiederverwendbarkeit – dem scheinbar letzten Puzzlestück für Chinas Souveränität im Orbit.


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