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Chinarocket: Chinesische Firma startet sieben Satelliten vom Meer aus

Der maritime Raketen start der mobilen Jielong-3 erweitert die chinesischen Startkapazitäten für staatliche und kommerzielle Nutzer.
/ Patrick Klapetz
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Der Start der Jielong-3 -Trägerrakete vom 12.02.2026 erfolgte vor der Küste der südchinesischen Provinz Guangdong. (Bild: Jinqi/Xinhua)
Der Start der Jielong-3 -Trägerrakete vom 12.02.2026 erfolgte vor der Küste der südchinesischen Provinz Guangdong. Bild: Jinqi/Xinhua

Die kommerzielle chinesische Trägerrakete Smart-Dragon-3 (SD-3) hat am 12. Februar 2026 sieben Satelliten von einem Schiff vor der Küste von Yangjiang in der südchinesischen Provinz Guangdong gestartet(öffnet im neuen Fenster) und in die vorgesehene Umlaufbahn befördert.

Der Offshore-Start wurde vom Kosmodrom Taiyuan durchgeführt, das sich westlich von Peking befindet. Da es sich um eine mobile Startplattform handelt, konnte der Raketenstart im Süden des Landes erfolgen – weit weg vom Standort des Kosmodroms. Die Orbitalmission hob um 14:37 Uhr (Peking Zeit) ab.

Kurze Wartezeit und günstige Raketenstarts

Die SD-3 ist anders als die staatliche Langer-Marsch-Raketenserie auf Geschwindigkeit getrimmt. Deswegen auch der chinesische Name Jiélóng, was übersetzt so viel wie behender Drache bedeutet, wobei Jié auch mit schnell oder Sieg übersetzt werden kann.

Die vierstufige, mittelschwere Feststoffrakete ist nicht an eine feste Startplattform gebunden, sondern kann mobil von Lastwagen oder Schiffen aus starten. Damit ist die Rakete fast sofort einsatzbereit und kann Satelliten ohne lange Wartezeit in die Erdumlaufbahn befördern. So lauten zumindest die Angaben der Chinarocket, einer Tochtergesellschaft der chinesischen Akademie für Trägerraketentechnologie (Calt).

Obwohl der volle Name des Unternehmens China Long March Rocket Co., Ltd. lautet, stellt die Ausgründung keine Raketen der Langen-Marsch-Familie, sondern ihre eigenen Jielong-Raketen her. Die SD-3 kann bis zu 1.500 kg an Nutzlasten in einen sonnensynchronen Orbit (SSO) in einer Höhe von etwa 500 km über dem Meeresspiegel bringen.

Ausbau von Startmöglichkeiten und Kooperationen

Ziel des Unternehmens ist es, kostengünstige und schnelle Starts für kleine Satelliten und Satellitenkonstellationen anzubieten. Mit der Mission vom 12. Februar von einer Seeplattform aus wurde nicht nur das Startportfolio der Chinarocket und damit der Calt erweitert, es wurde zudem die chinesisch-pakistanische Weltraumkooperation ausgebaut.

Einer der sieben Nutzlasten war der pakistanische Satellit PRSC-EO2, der hochauflösende optische Fernerkundungsdaten sammelt. Diese Daten sollen der Umwelt- und Naturkatastrophenüberwachung, dem Schutz natürlicher Ressourcen und der Landkartierung zugutekommen. Details zu den anderen Satelliten wurden bisher nicht veröffentlicht.


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