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China: Weltweit längster Autobahntunnel nimmt den Betrieb auf

Ein über 22 km langer Tunnel soll eine abgelegene Region in China an den globalen Wirtschafts-Markt anbinden.
/ Patrick Klapetz
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Der Eingang zum längsten Autobahntunnel der Welt. (Bild: Hu Huhu, Xinhua)
Der Eingang zum längsten Autobahntunnel der Welt. Bild: Hu Huhu, Xinhua

Im chinesischen Tian-Shan-Gebirge ist der weltweit längste Autobahntunnel für den Verkehr freigegeben worden(öffnet im neuen Fenster), wie China Daily berichtet. Die Regierung in Peking hofft, damit der gesamten autonomen Region Xinjiang im Nordwesten des Landes einen wirtschaftlichen Aufschwung zu verschaffen.

Nach der fünfjährigen Bauphase ist der 22,13 km lange Tianshan-Shengli-Tunnel ein Teil der neuen Urumqi-Yuli-Schnellstraße, die nicht nur die regionale und internationale Anbindung von Xinjiang deutlich verbessern, sondern auch logistische Abläufe vereinfachen und Reisezeiten verkürzen soll.

Wirtschaftlicher Aufschwung erhofft

Das wiederum führt zur Kostensenkung für Transportwege und beschleunigt den Austausch von Energie, Industrie- und Agrarprodukten. Bereits 2023 hatte die Regierung in Peking mehrere Städte in der Region zur Freihandelszone erklärt, um Investoren und Unternehmen anzulocken.

Damit möchte die Regierung den wirtschaftlichen Aufschwung von Xinjiang voranbringen. Doch bislang mussten Reisende lange Reisezeiten auf schwer zugänglichen Wegen in Kauf nehmen.

Drastische Reduzierung der Reisezeit

Denn vor der Eröffnung des Tunnels mussten die Bewohner und Besucher der autonomen Region große Höhenunterschiede von bis zu 4.000 m Höhe auf einer kurvenreichen Hochgebirgsstraße absolvieren. Dabei kam es häufig zu witterungsbedingten Sperrungen, die den Verkehr lahmlegten. Zudem waren die steilen Gebirgsstraßen für die meisten Lkws kaum überwindbar, was es erschwerte, Güter von einer auf die andere Seite zu transportieren.

Die bisherige Reisezeit dauerte mehrere Stunden, was sich nun auf etwa 20 Minuten reduzieren soll. Dabei führt der Tunnel unter das 2.500 km lange Tian-Shan-Gebirge hindurch, welches die autonome Region in einen südlichen und einen nördlichen Bereich unterteilt.

Damit wurde ein Shortcut geschaffen, der den Kreis Yuli in der Mongolischen Autonomen Präfektur Bayingolin mit der Stadt Urumqi durch eine insgesamt 324,7 km lange Autobahn verbindet. Die Reisezeit von Urumqi nach Korla wurde damit von etwa sieben auf ungefähr dreieinhalb Stunden reduziert.

Die Herausforderungen beim Bau des Mega-Tunnels

Der Bau war jedoch nicht einfach: Im April 2020 starteten die Arbeiten, die teilweise in einer Höhe von fast 3.000 m erfolgten und bei Temperaturen, die bis minus 42 Grad Celsius erreichten. Zudem gehört das Gebirge zu einer seismisch aktiven Zone.

Für den Bau musste auch ein senkrechter Schacht gegraben werden, der 700 m in die Tiefe reicht. Der tiefste Punkt des Tianshan-Shengli-Tunnels reicht 1.112 m unter den Gebirgskamm.  

Ein 116 km langer Abschnitt der Autobahn führt zudem durch ein Gebiet mit hoher Biodiversität. Um den Naturschutz zu unterstützen, wurden 36 große Brücken und 17 weitere Tunnel gebaut, damit die Lebensräume der dort ansässigen Tierarten weiterhin geschützt bleiben.

Um die Auswirkungen des Megaprojekts für die Bevölkerung und die Natur so gering wie möglich zu halten, wurden weitere Umweltmaßnahmen umgesetzt – besonders in Wald- und Wasserschutzgebieten. Und für die lokalen Landwirte und Viehtreiber wurden zusätzliche Unterführungen gebaut.

Die Gesamtkosten des Bauprojekts liegen bei etwa 5,7 Milliarden Euro, beziehungsweise 46,7 Milliarden Yuan. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Schnellstraße für den Probebetrieb freigegeben. Zuvor durften nur öffentliche Fahrzeuge – mit Ausnahme von mittelschweren und schweren Lkw – die Strecke nutzen.

Rekordhalter im Tunnelbau

Mit seinen über 22 km Länge ist der Tianshan-Shengli-Tunnel der längste Autobahntunnel der Welt, jedoch nicht der weltweit längste Tunnel. Rekordhalter ist hier der Gotthard-Basistunnel in der Schweiz, ein 57,1 km langer Eisenbahntunnel. Dieser soll in den kommenden Jahren allerdings vom Brenner-Basistunnel übertroffen werden, ein italienisch-österreichischer Eisenbahntunnel, der nach seiner Fertigstellung eine Strecke von 64 km umfassen soll. Der weltweit längste Straßentunnel befindet sich in Norwegen und ist mit 24,5 km Länge der Lærdalstunnel.


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