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China: Trümmerschutz für Tiangong-Raumstation

Die Astronauten der chinesischen Raumstation Tiangong haben bei einem Einsatz im Weltraum die Außenhülle der Station verstärkt.
/ Patrick Klapetz
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Ein Shenzhou-20-Astronaut führt am 26. September 2025 einen Außeneinsatz an der chinesischen Raumstation Tiangong durch. (Bild: CCTV)
Ein Shenzhou-20-Astronaut führt am 26. September 2025 einen Außeneinsatz an der chinesischen Raumstation Tiangong durch. Bild: CCTV

In einem sechsstündigen Außenbordeinsatz (EVA) haben die chinesischen Astronauten Chen Zhongrui und Wang Jie die Raumstation Tiangong gegen gefährlichen Weltraumschrott aufgerüstet. Das berichtet das chinesische Staatsfernsehen CCTV(öffnet im neuen Fenster) . Für die Crew der Shenzhou-20-Mission war es bereits der vierte Weltraumeinsatz.

Laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) umkreisen Hunderttausende Objekte von über einem Zentimeter Größe die Erde. Die Trümmer stellen eine Gefahr für operative Satelliten und auch für Raumstationen wie die ISS oder die chinesische Station Tiangong dar.

Bereits kleine Schrottteile von der Größe einer Schraube bringen eine Geschwindigkeit von 28.000 km/h auf. Wenn sie mit einem anderen Objekt kollidieren, ist ihre kinetische Energie mit der Explosion einer Handgranate zu vergleichen.

Die Gefahr von Weltraumschrott

Ohne moderne Schutzschilde könnten Raumstationen wie Tiangong bei einem Einschlag einen Druckabfall erleiden. Im schlimmsten Fall könnte das sogar zum Verlust der gesamten Station führen.

Deswegen basieren die nun installierten Schutzschildplatten auf dem Prinzip des Whipple-Schildes. Die äußerste Schicht ist relativ dünn und der Weltraumschrott kann von ihr abprallen. Das Objekt wird dabei fragmentiert und seine kinetische Energie wirkt nicht mehr punktuell, sondern wird auf eine größere Fläche verteilt. Die verbleibenden Trümmer werden von der stabileren Hauptplatte aufgehalten.

Tiangong soll noch ausgebaut werden

Für den langfristigen Betrieb von Tiangong ist dieser Schutz dringend notwendig. Die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA beabsichtigt, die Station weiter auszubauen . Von ihrer derzeitigen T-Form soll der fliegende Außenposten zu einer Kreuzform oder Doppel-T-Form erweitert werden.

Derzeit ist die chinesische Station etwa fünfmal kleiner als die Internationale Raumstation ISS. Dort dürfen chinesische Astronauten aufgrund des Widerstands der USA nicht forschen.


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