China-Support für Pentagon: Microsoft-Mittelsmänner vertrauten blind auf Codesicherheit
Microsoft soll für die IT-Betreuung des US-Verteidigungsministeriums (Pentagon) jahrelang ein System namens Digital Escorting verwendet haben. Eine investigative Recherche von Propublica(öffnet im neuen Fenster) hat aufgedeckt, dass der IT-Support des Konzerns teilweise von Software-Ingenieuren in China durchgeführt worden ist.
Das Ergebnis der Recherche war brisant, da laut den Regeln des Pentagons nur US-Bürger mit Sicherheitsüberprüfung an derartigen Systemen arbeiten dürfen. Für das Modell des Digital Escorting soll Microsoft tatsächlich US-Bürger beschäftigt und hiebei ehemalige Militärangehörige bevorzugt haben.
Diese fungierten aber nur als Begleitung (Eskorte) für in China ansässige Entwickler, die das vorliegende IT-Problem lösten und den Code an ihren US-Eskort schickten. Der speiste den Code dann in das Netzwerk des Pentagon ein.
Eskort-Mitgliedern fehlte häufig das Fachwissen
Der Reporterin Renee Dudley, die die Recherche durchführte, sagten die Eskort-Mitglieder, dass ihnen häufig das Fachwissen gefehlt habe, um zu verstehen, was der Code tatsächlich machte. Sie vertrauten darauf, dass der Code sicher sei. Experten bezeichneten dies im Gespräch mit Dudley als ideale Gelegenheit, um Spionage durchzuführen oder Schadcode einzuschleusen.
Dudley konfrontierte die Defense Information Systems Agency (Disa), die als Agentur für Verteidigungsinformationssysteme zum Pentagon gehört. Diese gab vor, von dem Eskort-System nichts gewusst zu haben. Erst nach dem Verweis auf interne Dokumente wurde bestätigt, dass Disa davon wusste. Es wurde betont, dass ausländische Ingenieure keinen direkten Zugriff gehabt hätten.
Nach der Veröffentlichung der Recherche stellte Microsoft den Einsatz chinesischer Entwickler für den IT-Support des Pentagon umgehend ein. Zudem unterzeichnete die US-Regierung ein Gesetz, das es gegnerischen Staaten untersagt, auf die Cloud-Systeme des Pentagon zuzugreifen.
Das Programm soll bereits über vier Präsidentschaftsadministrationen hinweg existiert haben, ohne dass es nennenswerte Einwände gab.
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