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China: Stromabschaltungen könnten Apple-Produktion gefährden

Immer häufiger wird der Industrie in China der Strom abgeschaltet – auch Zulieferern für Amazon , Apple und andere Unternehmen.
/ Tobias Költzsch
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Ein Kohlekraftwerk hinter einer Fabrik in Baotou in der Inneren Mongolei (Bild: Reuters)
Ein Kohlekraftwerk hinter einer Fabrik in Baotou in der Inneren Mongolei Bild: Reuters

Chinesische Zulieferer für Apple, Amazon und andere Hersteller kämpfen aktuell mit wiederkehrenden Stromabschaltungen im Land. Wie 9to5Mac(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Nikkei Asia berichtet, waren die ersten Abschaltungen im Juni 2021 noch verhältnismäßig kurz, seit September hingegen sind die Ausfälle länger und kommen regelmäßig vor.

"Wir bekommen jetzt jede Woche eine Nachricht, wann in der kommenden Woche der Strom abgeschaltet wird" , erklärte ein Manager einer Elektrofabrik in Zhongshan in der Provinz Guangdong. Apple-Zulieferer warnen, dass die Stromabschaltungen die Produktionskette der Apple-Produkte gefährden könnten.

Hintergrund der Abschaltungen sollen zum einen die steigenden Kosten für Kohle und Gas sein, auf denen die Stromproduktion Chinas hauptsächlich basiert. Außerdem heißt es, die Regierung schalte den Strom ab, um Emissionsziele zu erreichen.

Bei Veranstaltungen mit Touristen soll die Luftqualität verbessert werden

Besonders bei großen Veranstaltungen mit vielen ausländischen Touristen sollen die Kraftwerke heruntergefahren werden. Sobald die Luftverschmutzung steige, werde der Strom abgeschaltet, berichtet 9to5Mac. Der Privatsektor soll bei den Stromabschaltungen der Industrie gegenüber priorisiert werden – im Zweifel können Anwohner also weiter Elektrizität nutzen, Fabriken aber nicht.

Sollten die Stromabschaltungen tatsächlich die Produktionskette von Unternehmen wie Apple gefährden, dürfte dies deren Bestrebungen verstärken, sich Produktionsstätten in anderen Ländern aufzubauen. Apple produziert bestimmte Produkte unter anderem in Indien und Vietnam.

Auch in anderen Ländern gibt es aber immer wieder Probleme für die Großunternehmen. Im Wistrom-Werk nahe dem südindischen Bangalore kam es Ende 2020 beispielsweise zu Ausschreitungen aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen und ausbleibender Gehaltszahlungen. Apple hat Wistrom, das unter anderem ältere iPhones fertigt, daraufhin auf Bewährung gesetzt.


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