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China: Robotaxis sollen auch nach Europa kommen

Autonome Taxis gehören in China längst zum Straßenbild. Nun wollen die Unternehmen nach Europa.
/ Andreas Donath
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Autonomes Taxi von Pony.ai (Bild: Achim Sawall/Golem.de)
Autonomes Taxi von Pony.ai Bild: Achim Sawall/Golem.de

Die chinesische Robotaxibranche richtet ihren Blick verstärkt nach Europa. Mehrere Unternehmen aus China kündigten in den vergangenen Wochen Pläne für Tests und Einsätze ihrer fahrerlosen Fahrzeuge auf dem europäischen Kontinent an, wie das Handelsblatt berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Pony.ai gab Mitte Oktober eine Partnerschaft mit dem Automobilkonzern Stellantis(öffnet im neuen Fenster) bekannt. Die beiden Unternehmen wollen gemeinsam fahrerlose Taxis in Europa erproben. Als Standort für die ersten Testfahrten ist Luxemburg vorgesehen.

Weride wurde bereits in Frankreich aktiv. Das Unternehmen erhielt zusammen mit Renault eine Lizenz(öffnet im neuen Fenster) für den regionalen Einsatz selbstfahrender Busse. Der chinesische Elektroautobauer Xpeng plant ebenfalls, seine Robotaxis gemeinsam mit Partnern weltweit anzubieten.

Baidu will nach Deutschland und Großbritannien

Die womöglich weitreichendsten Expansionspläne legte der chinesische Technologiekonzern Baidu vor. In Zusammenarbeit mit dem US-Fahrdienstleister Lyft will das Unternehmen sein Robotaximodell RT6 ab dem kommenden Jahr nach Deutschland und Großbritannien bringen. Die Umsetzung der Pläne hängt allerdings von den Genehmigungen der zuständigen Behörden ab.

Für die Expansion brauchen die Unternehmen viel Geld. Diese Woche gehen Pony.ai und Weride an die Hongkonger Börse. Gemeinsam wollten sie umgerechnet mehr als eine Milliarde Euro einsammeln, um ihre Flotten auszubauen, berichtete das Handelsblatt.

Xpeng-Firmengründer He Xiaopeng kündigte an, bereits 2026 drei eigene Robotaximodelle auf die Straße zu bringen. Das Unternehmen kooperiert unter anderem mit Volkswagen.

In Wuhan, einer 13-Millionen-Menschen-Metropole in Zentralchina, sind fahrerlose Taxis laut Handelsblatt bereits alltäglich. Baidu verzeichnete mit seinem Dienst Apollo Go allein in der letzten Oktoberwoche 250.000 bezahlte Fahrten.

Der entscheidende Faktor: Der Preis

Ein wesentlicher Grund für die Akzeptanz dürfte der Preis sein. Eine halbstündige Fahrt mit dem Robotaxi kostet in Wuhan umgerechnet knapp fünf Euro – das sei deutlich günstiger als herkömmliche Taxis, selbst nach chinesischen Maßstäben, heißt es beim Handelsblatt.

Die Schweizer Investmentbank UBS prognostiziert laut einem Bericht der South China Morning Post(öffnet im neuen Fenster) , dass bis 2030 in den vier größten chinesischen Städten bis zu 300.000 fahrerlose Taxis unterwegs sein könnten. Bis Ende der 2030er-Jahre könnte die Zahl auf vier Millionen steigen. Die Anbieter bereiten sich bereits auf dieses exponentielle Wachstum vor.


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