China Mobile: Nokia und Ericsson steigern 5G-Marktanteil in China deutlich
Der weltweit größte Netzbetreiber China Mobile hat in einer aktuellen Ausschreibungsrunde(öffnet im neuen Fenster) für 5G-RAN-Ausrüstung im Frequenzbereich 2,6 GHz und 4,9 GHz rund 16 Prozent des Auftragsvolumens an die Ausrüster Ericsson (Schweden) und Nokia (Finnland) vergeben. Dies ist eine Verdopplung im Vergleich zum bisherigen Marktanteil der Europäer in China.
Dabei geht es um den Ausbau bei China Mobile für die Jahre 2023 und 2024. Ericsson hatte im Jahr(öffnet im neuen Fenster) 2022 in China einen Marktanteil von 6 Prozent bei 5G-Basisstationen und konnte nun Aufträge für gut 10 Prozent der neuen Basisstationen erlangen. Nokias Anteil lag sogar bei nur 2 Prozent, dieses und nächstes Jahr wird man knapp über 6 Prozent der China-Mobile-Basisstationen ausstatten.
Nokia hatte Probleme in China
Nokias bislang eher geringer Marktanteil ist darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen zu Beginn des 5G-Rollouts in China komplett leer ausging, weil es zu diesem Zeitpunkt nicht in der Lage war, mit seinen Produkten die technischen Anforderungen für den chinesischen Markt zu erfüllen. "Wir haben unsere 5G-Entwicklung auf globale Funktionen und Funktionen für profitablere Märkte optimiert, und vielleicht haben wir deshalb einige lokale Anpassungen, die für China erforderlich sind, nicht vorgenommen" , sagte der damalige Nokia-Finanzvorstand Kristian Pullola im Jahr 2020 dem Fachmagazin Light Reading(öffnet im neuen Fenster) .
Dies trug schon vor Jahren in der deutschen Huawei-Debatte zu umstrittenen Behauptungen von deutschen Spitzenpolitikern bei. So sagte der jetzige CDU-Vorsitzende Friedrich Merz im Jahr 2020 in einem Radio-Interview: "In der Huawei-Debatte ist untergegangen, dass kein europäisches Telekommunikationsunternehmen Marktzugang nach China hat." Der mehrfach erfolglose Kandidat für den CDU-Vorsitz und Transatlantiker Norbert Röttgen behauptete wahrheitswidrig in einem Medieninterview : "Peking käme gar nicht auf die Idee, sein 5G-Netz für ausländische Anbieter zu öffnen. Dann sollte es verstehen, warum wir das umgekehrt auch nicht machen." Von Golem.de auf seinen Fehler hingewiesen, nahm Röttgen die Aussagen teilweise zurück: Er spekulierte nur noch über eine Deckelung des Marktanteils der Europäer in China und behauptete ohne konkrete Belege, der Markt sei nicht offen.
Während chinesische Ausrüster wie Huawei und ZTE in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern nicht im 5G-Kernnetz eingesetzt werden, teilweise sogar formell ausgeschlossen sind, sind sowohl Ericssons(öffnet im neuen Fenster) als auch Nokias 5G-Kernnetztechnologie in China(öffnet im neuen Fenster) nicht nur zugelassen, sondern auch kommerziell im Einsatz. Schweden als Heimatland Ericssons gehörte zu den ersten EU-Ländern, die Huawei und ZTE vollständig , in Core und RAN, vom eigenen Markt ausschlossen.
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