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China: Kommerzieller Satellit mit Roboterarm übt Wartung im All

Chinas kommerzieller Satellit testet einen flexiblen Roboterarm im All . Das System simuliert Wartung und Betankung.
/ Patrick Klapetz
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Ein chinesischer Roboterarm im Weltraumeinsatz (Bild: Migaki Aerospace)
Ein chinesischer Roboterarm im Weltraumeinsatz Bild: Migaki Aerospace

Der kommerzielle Raumfahrtsektor in China wächst und wird vom Staat massiv unterstützt. Die Erfolge zeigen sich in Missionen wie dem kommerziellen Satelliten Yuxing-3-06, der auch Xiyuan‑0 genannt wird und mit einem flexiblen Roboterarm ausgestattet ist(öffnet im neuen Fenster) .

Xiyuan‑0 wurde am 16. März 2026 an Bord einer Kuaizhou‑11-Y7-Rakete (Schnelles Schiff) in die Erdumlaufbahn befördert. Neben diesem Satelliten brachte die Trägerrakete sieben weitere Raumfahrzeuge in den Orbit. Der Start erfolgte um 12:12 Uhr (Beijinger Zeit) von der Startrampe 95 im Satellitenstartzentrum Jiuquan in Nordwestchina.

Roboterarm wird unter Weltraumbedingungen getestet

Sustain Space und sein Mutterunternehmen Emposat gaben am 25. März bekannt(öffnet im neuen Fenster) , dass der Satellit seinen ersten Test mit seinem flexiblen Roboterarm erfolgreich abgeschlossen hat. Der Roboterarm wurde zunächst von der Startklemme gelöst, um erste Kontrollen und kleine Bewegungen durchzuführen.

Die Systeme wurden als funktionsfähig bestätigt. Damit begann die eigentliche Testphase. Der Arm bewegte sich zunächst quer zu einem Zielrechteck und einem Andockanschluss, glitt dann langsam in den Anschluss hinein, hielt seine Position im Inneren und fuhr anschließend wieder heraus.

Während des Tests wurden die Grundlagen von Wartungs- und Betankungsvorgängen im Weltraum demonstriert, teilte Sustain Space mit. Gleichzeitig wurden die Konstruktionsentscheidungen für den Roboterarm sowie dessen automatische und manuell betriebenen Steuerungssysteme überprüft.

Erfolgreicher Test in vier Modi

Insgesamt wurden vier Betriebsmodi im Orbit getestet: (a) programmgesteuerte simulierte Betankung, (b) teleoperationsbasierte simulierte Betankung, (c) sichtbasiertes simuliertes Andocken und (d) die Ausführung der Zeichenoperationen. Hier im Überblick:

  • (a) Nach Erhalt des Missionsbefehls plant der Roboterarm autonom seine Bewegungsbahn. Er bewegt sich von einer Sicherheitskonfiguration in eine Docking-Konfiguration, führt den Kopplungsvorgang aus und kehrt anschließend in die Sicherheitskonfiguration zurück.
  • (b) Unter Anleitung des Teleoperationssystems generiert das Bodenpersonal über einen Joystick anhand der Livebilder der Egoperspektiv-Kamera Steuerbefehle in Echtzeit, um den Kopplungsvorgang abzuschließen.
  • (c) Gesteuert durch das visuelle Servosystem erkennt das System am Boden in Echtzeit die Position und Ausrichtung des Endeffektors anhand der visuellen Zielmarkierungen, die von der Kamera am Armende erfasst werden. Dies dient zur Planung der Bewegungsbahn und der Steuerbefehlsgenerierung, um den Arm zum Docking zu führen.
  • (d) Basierend auf den Kraftrückkopplungsdaten führte der Roboterarm digital autonom Zeichenoperationen von Kreisen, Dreiecken und geraden Linien auf einem Reißbrett durch. Dies verifizierte nicht nur die Präzision der Kraftsteuerung am Endeffektor, sondern auch die Fähigkeit zur nachgiebigen Steuerung (Compliance Control).

Nach dem Abschluss aller Tests soll der Satellit in die Erdatmosphäre gesteuert werden, um dort zu verglühen.


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