China: Kinderarbeiter bauen Samsung-Geräte
Die in New York von dem chinesischen Menschenrechtsaktivisten Li Qiang betriebene Arbeitsschutzorganisation China Labor Watch (CLW)(öffnet im neuen Fenster) hat Kinderarbeiter in einer Zulieferfabrik von Samsung entdeckt. In der von Shinyang Electronics betriebenen Fabrik in der chinesischen Stadt Dongguan habe die Organisation bei einer Überprüfung zahlreiche Arbeiter gesehen, die jünger als das gesetzlich geforderte Mindestalter waren.
Offiziell Arbeit ab 16 Jahren erlaubt
In China dürfen Jugendliche offiziell ab 16 Jahren arbeiten, zahlreiche Menschenrechtsorganisationen prangern aber seit Jahren Probleme mit Kinderarbeit an. Laut CLW(öffnet im neuen Fenster) müssen die Zulieferbetriebe von Samsung saisonal aufgrund der hohen Nachfrage billige Arbeiter einstellen, um die geforderten Produktionsziele erfüllen zu können.
Diese Arbeiter sind wie in der Fabrik in Dongguan häufig zu jung und arbeiten elf Stunden am Tag ohne bezahlte Überstunden sowie soziale Sicherungsmaßnahmen. Nachdem die verstärkte Nachfrage abgeflaut ist, werden die Arbeiter üblicherweise ohne Abschlagszahlung wieder entlassen, wie CLW berichtet. In der Fabrik von Shinyang Electronics arbeiten die Arbeiter elf Stunden, werden aber standardmäßig nur für zehn Stunden bezahlt.
Samsung selbst hat erst Ende Juni 2014 einen eigenen Bericht veröffentlicht, der sich unter anderem mit der Lage in den chinesischen Fabriken beschäftigt. Dabei seien keine Hinweise auf Kinderarbeit entdeckt worden.
Zahlreiche weitere Verstöße entdeckt
Neben der Kinderarbeit hat CLW nach eigenen Angaben noch mindestens 14 weitere Arbeitsrechtsverletzungen in der Fabrik von Shinyang Electronics entdeckt. Dazu gehören unbezahlte Überstunden, fehlende soziale Sicherungsmaßnahmen, fehlende Gewerkschaften und unzureichendes Training, unter anderem in Bezug auf gefährliche Chemikalien.
Bereits vor zwei Jahren hatte CLW Samsung auf die Problematik zu junger Arbeiter hingewiesen. Samsung sagte der Internetseite Phys.org(öffnet im neuen Fenster) , dass auch in der Fabrik in Dongguan bei Überprüfungen in den Jahren 2013 und 2014 keine Anzeichen für Kinderarbeit entdeckt worden seien. Das Unternehmen verfolge eine Null-Toleranz-Politik bezüglich Kinderarbeit und werden den vorliegenden Fall sofort untersuchen.
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