China: KI-Branche in Zwickmühle zwischen Regierung und Nvidia

Nach längerer Zeit können Unternehmen aus der Volksrepublik China seit kurzem wieder KI-Beschleuniger ohne Leistungsbeschränkung kaufen – wenn auch nicht aus der aktuellen Generation. Dennoch ist die Nachfrage so hoch , dass Nvidia die Produktion der H200 erhöhen muss. Der chinesischen Regierung gefällt das nicht, da sie eigentlich heimische Hardware-Hersteller fördern möchte.
Daher sollen, wie The Information berichtet(öffnet im neuen Fenster) , größere Nvidia-Kunden angewiesen worden sein, vorerst keine weiteren Bestellungen aufzugeben. Die Führung der Volksrepublik hat noch keine offizielle Linie, wie sie mit der Rückkehr der Konkurrenz für Halbleiterhersteller wie Huawei , Cambricon oder Moore Threads umgehen wird. Denkbar ist eine Quotenregelung, die Vorgaben zur Verwendung chinesischer Hardware macht.
Nvidias CEO Jensen Huang gab sich zuletzt zuversichtlich , dass die Regierung in Peking den Import von leistungsfähiger Nvidia-Hardware tolerieren werde. Schließlich stehe auch die Wettbewerbsfähigkeit chinesischer KI-Unternehmen auf dem Spiel. Ganz so sicher scheinen Nvidias Finanzer allerdings nicht zu sein.
Nvidia verlagert Risiko auf Kunden
Wie Reuters berichtet(öffnet im neuen Fenster) , soll Nvidia eine volle Vorauszahlung von chinesischen Kunden verlangen. Bislang sei es für Großkunden teils möglich gewesen, bei der Bestellung lediglich eine Anzahlung zu leisten, heißt es.
Auch eine Änderung von Bestellungen, Stornierung und Rückzahlungen schließt Nvidia dem Bericht zufolge aus. Damit verlagert das Unternehmen das geschäftliche Risiko vollständig auf seine Kunden. Nvidia scheinen die schwer kalkulierbaren Risiken des Chinageschäfts noch in guter Erinnerung zu sein: Anfang 2025 musste das Unternehmen nach dem Exportverbot der H20, einer leistungsbeschränkten Version der H200, 5,5 Milliarden US-Dollar für bereits gefertigte GPUs abschreiben .



