China ist Spitzenreiter: Weltweiter Mangel an Glasfaserkabeln
Die starke Nachfrage von Glasfaserkabeln lässt die Preise steigen und sorgt für verlängerte Lieferzeiten.
Neben gestiegenen Energiepreisen sorgt die Halbleiterkrise immer wieder für Probleme bei Unternehmen. In Kombination mit der Coronapandemie hatte dies unter anderem zur Folge, dass die Verfügbarkeit von Servern oder Notebooks nicht gegeben war und die Liefertermine teilweise mehrere Monate in der Zukunft lagen - sofern sich die Geräte überhaupt bestellen ließen. Wie die Webseite Arstechnica jetzt berichtet, kommt ein weiteres Problem auf die Digitalwirtschaft zu.
Aktuell herrscht ein weltweiter Mangel an Glasfaserkabeln. Dadurch sind die Preise für besagte Kabel massiv in die Höhe geschossen. Zudem haben sich Lieferzeiten verlängert. Teilweise warten Kunden statt 20 Wochen fast ein ganzes Jahr, was sich unter anderem negativ auf den Ausbau von Telekommunikationsinfrastrukturen auswirkt. Geplante Bauvorhaben geraten ins Wanken, da die benötigten Kabel fehlen.
Europa, Indien und China sind hier am stärksten betroffen. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Cru Group sind die Preise für Glasfaserkabel seit dem Rekordtief im März 2021 um bis zu 70 % gestiegen. Pro Kilometer Glasfaser werden derzeit 6,30 US-Dollar fällig. Laut der Cru Group ist inzwischen der höchste Stand seit Juli 2019 erreicht, wobei Nordamerika weniger stark betroffen ist als Europa, China und Indien.
Amazon, Google, Microsoft und Meta
Insbesondere Unternehmen wie Amazon, Google, Microsoft und Meta investieren derzeit massiv in die Erweiterung der eigenen Rechenzentren. Hinzu kommen die internationalen Glasfasernetze unter dem Meer. Gleichzeitig beabsichtigen diverse Regierungen die Einführung von zusätzlichen Breitbandverbindungen und 5G. Hier werden zahlreiche Kilometer an Glasfaserkabel benötigt.
"Angesichts der Tatsache, dass sich die Kosten für den Ausbau plötzlich verdoppelt haben, stellt sich die Frage, ob die Länder in der Lage sein werden, die Ziele für den Aufbau der Infrastruktur zu erreichen und ob dies Auswirkungen auf die globale Konnektivität haben könnte", so Michael Finch, Analyst bei der Cru Group.
Nach Schätzungen der Marktforscher ist der gesamte Bedarf an Glasfaserkabeln in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 % gestiegen. China ist mit 46 % des Gesamtverbrauchs Spitzenreiter. Nordamerika liegt mit 15 % auf Platz zwei.
Helium-Preis um 135 % gestiegen
Grund für die schlechte Verfügbarkeit ist unter anderem ein Mangel an Helium, der durch Anlagenausfälle in Russland und den Vereinigten Staaten verursacht wurde. Dies hatte zur Folge dass auch hier die Preise in den letzten zwei Jahren um 135 % angestiegen sind. Siliziumtetrachlorid - eine weitere Schlüsselkomponente für die Glasfaserherstellung - kostet nach Angaben der Cru Group um bis zu 50 % mehr.
"In meiner beruflichen Laufbahn habe ich so etwas noch nie erlebt", sagte Wendell Weeks, Vorstandsvorsitzender von Corning, dem weltweit größten Hersteller von Glasfaserkabeln. Weeks fügte hinzu, dass die Produktion hochgefahren wird und neue Anlagen in den Vereinigten Staaten und Europa gebaut werden, um die starke Nachfrage bedienen zu können.
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Wundert mich auch. Im Vergleich zum Tiefbau und selbst Leerrohren wären das für fertige...
Da kommt Einiges zusammen. Ein sich leerenden Vorrat im Amarillo, zunehmende Umstellung...
Also sind die Preise jetzt auf dem Niveau von vor Corona. Damit hat natürlich gar keiner...