China: HP gegen Zwangsarbeit für Schüler bei Auftragsherstellern

Nach Berichten über Zwangsarbeit von Schülern bei chinesischen Auftragsherstellern hat Hewlett-Packard jetzt Auflagen erlassen. Jede Tätigkeit in den Montagehallen muss danach freiwillig sein.

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Titelbild eines Reports von China Labor Watch zu HEG Electronics
Titelbild eines Reports von China Labor Watch zu HEG Electronics (Bild: China Labor Watch)

Hewlett-Packard erlässt neue Regeln für die Arbeit von Schülern und Studenten bei seinen Auftragsherstellern in China. Wie die New York Times unter Berufung auf das Unternehmen berichtet, werden die Auflagen am 8. Februar 2013 den Firmen übergeben. Jede Tätigkeit in den Montagehallen muss danach freiwillig sein. Schüler, Studenten und Zeitarbeiter müssten das Recht haben, "den Arbeitsplatz jederzeit nach angemessener Vorankündigung zu verlassen, ohne negative Auswirkungen befürchten zu müssen, und sie müssen Zugang zu Beschwerdemechanismen haben, ohne Repressalien befürchten zu müssen".

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Die Regeln fordern zudem, dass die Arbeit "passend zum Kernbereich des Unterrichts" der Jugendlichen sein muss. Laut HP-Sprecher Howard Clabo soll es ab März 2013 spezielles Training für die Auftragshersteller und Zulieferer und Gespräche mit Regierungsbeamten, nichtstaatlichen Organisationen und Bildungseinrichtungen geben.

Der Anteil von Jugendlichen und Zeitarbeitern dürfe zudem 20 Prozent der Beschäftigten nicht überschreiten, sagte Tony Prophet, Senior Vice President für das weltweite Zulieferernetz der New York Times.

Liu Kaiming, Leiter des Institute of Contemporary Observation in Shenzhen, sagte, dass einige Berufsschüler das gesamte vergangene Jahr als Arbeiter bei Foxconn und anderen Herstellern verbracht hätten. "Dabei handelte es sich teilweise um Zwangarbeit", sagte Liu.

Netz der Zwangsarbeit zwischen Schulen und Fabriken

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Die US-Nichtregierungsorganisation China Labor Watch hatte im September 2012 erneut Vorwürfe zur Arbeit von Minderjährigen bei Samsung Electronics erhoben. Danach seien in drei der untersuchten Fabriken teils unter 16 Jahre alte Schüler beschäftigt.

Von den Lehrern würden die Minderjährigen zur Fabrikarbeit gezwungen, andernfalls erhielten sie keine Abschlusszeugnisse. Die Verträge würden direkt zwischen Schule und Fabrikbetreibern ausgehandelt, die Schulen bekämen eine Kickback-Zahlung, so China Labor Watch. In den sechs Samsung-Fabriken gebe es "gefährliche Arbeitsbedingungen", "ungültige Arbeitsverträge" und viel zu hohe Überstundenzahlen.

Tausende chinesische Studenten sollen zu Montagearbeiten für das neue iPhone 5 gezwungen worden sein, weil Apples Auftragshersteller Foxconn nicht genügend Arbeitskräfte finden konnte, berichtete die regierungsnahe chinesische Tageszeitung China Daily im September 2012. Die Zeitung beruft sich auf Angaben der Studenten in Internetforen, den Radiosender China National Radio und Aussagen der Ausbildungsbehörde von Huai'an, einer Stadt in der chinesischen Provinz Jiangsu im Osten des Landes.

Eine Studentin des Huaiyin Institute of Technology gab an, dass 200 Studenten von der Einrichtung zu der Foxconn-Fabrik gefahren wurden. Dort mussten sie an sechs Tagen in der Woche täglich zwölf Stunden arbeiten, erklärte sie unter dem Namen MengniuIQ84 in einem Onlineforum. Mehrere andere Studenten von fünf weiteren Bildungseinrichtungen haben die Aussagen der jungen Frau laut China Daily bestätigt. Der Einsatz der Studenten erfolgte, nachdem einige Seminare zu Beginn des neuen Semesters abgesagt wurden.

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