China: Bürger müssen für Mobilfunkverträge ihre Gesichter scannen
Seit kurzem verlangt die Regierung der Volksrepublik China von ihren Bürgern Gesichtsscans, sobald diese sich für neue Mobilfunkverträge anmelden. Damit wolle das Land "die legitimen Rechte und Interessen von Bürgern in der Netzwelt schützen" , berichtet der britische Nachrichtensender BBC(öffnet im neuen Fenster) . Bisher seien ein gültiger Pass und ein Foto der eigenen Person für Mobilfunkverträge notwendig gewesen. Auch Gesichtsscans für Festnetzanschlüsse sind bereits notwendig, die Ankündigung für die Neuerungen kam bereits im Herbst.
Die Gesichtsscans sollen das Bild auf dem Ausweis bestätigen, heißt es. Dabei sei dies ein weiterer Schritt Chinas, um die Anonymität chinesischer Bürger im Internet aufzulösen. Damit sollen unter anderem Internetbetrug oder andere kriminelle Aktivitäten im Netz unterbunden werden. Der Forscher Jeffrey Ding sagte dem BBC aber auch: "Das ist mit einer sehr zentralisierten Anstrengung verbunden, jeden zu überwachen, zumindest ist das die Ambition dahinter" .
Kritik in sozialen Medien
Nicht alle Bürger stimmen in sozialen Netzwerken mit dieser Entscheidung überein: "Das wird ohne die Zustimmung der Öffentlichkeit implementiert" , sagt ein Nutzer. Andere befürchten, dass so vertrauliche Daten schnell in die falschen Hände geraten – wobei diese künftig neben Namen und Adressen der Betroffenen auch deren Gesichtsinformationen erhalten können. Datendiebstähle seien dabei keine Seltenheit.
Ein so detaillierter Datensatz könnte es beispielsweise auch ermöglichen, gestohlene Telefone und Computer mit dem Gesicht zu entsperren. Oder Nutzer könnten sich digital als andere Personen ausgeben und damit eigentlich unschuldige Bürger beeinträchtigen.
Gesichtserkennung ist in China mittlerweile sehr verbreitet. So überwachen Casinos ihre Besucher, um Spieler mit hohem Verliererpotenzial zu finden . In Schulen überwachen Kameras das Verhalten der Schüler im Unterricht und können diese anhand der Daten bewerten, belohnen oder bestrafen. Laut BBC habe das Land bisher 170 Millionen Kameras im Einsatz – mit Plänen für 400 Millionen weitere im Jahr 2020.