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China: Börsenstart von Speicherhersteller CXMT sprengt Erwartungen

Am ersten Handelstag stieg der Wert der CXMT-Aktie um fast das Fünffache. Der Speicher-Hersteller war kurzfristig Chinas wertvollstes Unternehmen.
/ Johannes Hiltscher
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Golem hat schon CXMT-Speicher gekauft, bevor es cool war. (Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de)
Golem hat schon CXMT-Speicher gekauft, bevor es cool war. Bild: Johannes Hiltscher/Golem.de

Die Aktie des Speicherherstellers CXMT ist gefragt: Am ersten Handelstag konnte sie ein Plus von 466 Prozent verbuchen, wie die Financial Times (FT) berichtet(öffnet im neuen Fenster). CXMT gelang der größte Börsengang in der Volksrepublik China seit 2010. Die Nachfrage hat auch die Analystin Tilly Zhang überrascht, mit der die FT gesprochen hat.

Kurzzeitig überholte CXMT sogar Tencent als das höchstbewertete Unternehmen der Volksrepublik. Aktuell liegt die Bewertung bei 3,7 Billionen Yuan, umgerechnet fast 480 Milliarden Euro. Das könnte noch nicht das Ende sein: Der japanische Investment- und Finanzdienstleister Nomura Holdings hat laut FT ein Kursziel von 116 Yuan für die Aktie ausgegeben. Der Ausgabepreis lag bei 8,66 Yuan.

Unrealistisch scheint das nicht zu sein, da die Aktie wahrscheinlich bald Teil von Indexfonds wird. Dadurch steigt die Nachfrage. Bei 6,7 Milliarden ausgegebenen Aktien entspräche das einer Bewertung von 8,76 Billionen Yuan – fast 1,14 Billionen Euro. CXMT wäre damit höher bewertet als aktuell Micron mit rund 1,04 Billionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) (914 Milliarden Euro).

Mit einem Umsatz von 50,8 Milliarden Yuan(öffnet im neuen Fenster) (6,6 Milliarden Euro) im ersten Quartal des Jahres 2026 liegt CXMT aber hinter Micron mit 18,8 Milliarden US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) (16,5 Milliarden Euro, nur DRAM) im etwa gleichen Zeitraum. Zudem ist CXMTs Marge niedriger, eine derart hohe Bewertung könnte überzogen sein.

Auch in China wächst die Konkurrenz

Die 58 Milliarden Yuan (rund 7,5 Milliarden Euro), die CXMT mit dem Börsengang einnahm, sollen in einen Ausbau der Fertigungskapazitäten und in die Forschung fließen.

Bereits Ende 2026 könnte CXMT so auf monatlich 350.000 Wafer Starts (Wpm) kommen. Damit sinkt der Rückstand zu Micron (385.000 Wpm), vor dem chinesischen Konzern der drittgrößte Speicherhersteller weltweit, auf unter zehn Prozent. Allerdings baut auch Micron aktuell seine Fertigungskapazitäten aus.

In China steigen derzeit weitere Unternehmen in die DRAM-Fertigung ein: Der Flash-Hersteller YMTC will hier aktiv werden. Gerüchten zufolge baut auch Huawei eine eigene Produktion(öffnet im neuen Fenster) für High Bandwidth Memory (HBM) auf. Dessen Verkauf in die Volksrepublik haben die USA Ende 2025 praktisch untersagt.

CXMT fertigt ebenfalls HBM, scheint aber Huaweis Bedarf für KI-Beschleuniger wie die Ascend 950 (g+) nicht decken zu können. Daneben existieren bereits mehrere Speicherhersteller, Gigadevice hingegen fertigt ältere Standards.


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