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China blockiert Einfuhr: Nvidia-Zulieferer stoppen Produktion von H200-Komponenten

Nvidia soll mit mehr als zwei Millionen Bestellungen der H200- GPU aus China gerechnet haben. Doch der Zoll blockiert deren Einfuhr.
/ Friedhelm Greis
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Ein HGX-System von Nvidia mit acht H200. (Bild: Nvidia)
Ein HGX-System von Nvidia mit acht H200. Bild: Nvidia

Nach einem unerwarteten Einfuhrstopp von Nvidia-GPUs nach China haben Zulieferer offenbar die Produktion von Komponenten eingestellt. Einem Bericht der Financial Times zufolge(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) betrifft das die Hopper-GPU H200, für die die US-Regierung Anfang des 2026 eine Exportgenehmigung erteilte .

Chinesische Zollbeamte bestellten demnach am 13. Januar 2026 Logistikunternehmen in Shenzhen ein und teilten ihnen mit, dass sie keine Zollabfertigungsanträge für H200-Chips einreichen dürften. Das berichtet die Zeitung unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.

Es sei unklar, ob es sich um ein dauerhaftes oder vorübergehendes Verbot handele. Die ersten Lieferungen von H200-GPUs seien bereits in dieser Woche in Hongkong eingetroffen.

Mehr als eine Million Bestellungen erwartet

Zulieferer für die GPU, darunter Produzenten für die Leiterplatten (PCB), hätten darauf hin die Fertigung eingestellt. Berichten zufolge rechnete Nvidia mit mehr als zwei Million Bestellungen von chinesischen Kunden. Die Zulieferer hätten rund um die Uhr gearbeitet, um die ursprünglich für März 2026 geplanten Lieferungen vorzubereiten.

Die PCBs seien speziell für H200-Chips entwickelt worden und könnten nicht für andere Produkte verwendet werden, sagte Chu Wei-Chia, Analystin bei Semianalysis, der Financial Times. Die chinesische Regierung dränge Technologieunternehmen dazu, heimische Chips zu verwenden, um eine Selbstversorgung mit Halbleitern zu erreichen.

Peking will heimische Produktion fördern

Die Regierung in Peking verbot in den vergangenen Monaten bereits den Import von Nvidias RTX 6000D , um die Nutzung inländisch entwickelter KI-Hardware zu fördern. Ende 2024 wurden zudem kartellrechtliche Ermittlungen gegen Nvidia eingeleitet .

In der Volksrepublik arbeiten neben größeren Unternehmen wie Huawei und Moore Threads eine Reihe von Start-ups, etwa Cambricon und Metax, an eigenen KI-Beschleunigern. Deren Leistung liegt zwar ein bis zwei Generationen hinter Nvidia zurück, Huawei etwa kompensiert dies aber durch wesentlich größere Systeme .

Insbesondere Nvidia-Hardware ist allerdings in der Volksrepublik weiter beliebt, insbesondere, da das Cuda-Ökosystem als sehr stabil gilt und viele Programmierer damit vertraut sind. Die Hardware wird weiter aktiv geschmuggelt. Anfang Dezember 2025 wurden in den USA zwei Männer verhaftet(öffnet im neuen Fenster) , die Nvidia-GPUs für Rechenzentren verdeckt in die Volksrepublik verkauft haben sollen.


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