China: Apple soll Arbeitsrechtsverstöße wissentlich ignoriert haben

Apple soll Beschränkungen bezüglich Zeitarbeitern jahrelang ignoriert haben, um den Produktionsprozess nicht zu gefährden.

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Apple kämpft mit Vorwürfen, Arbeitsrecht in China ignoriert zu haben.
Apple kämpft mit Vorwürfen, Arbeitsrecht in China ignoriert zu haben. (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Vier ehemalige Mitarbeiter werfen Apple vor, absichtlich Verstöße gegen das chinesische Arbeitsrecht ignoriert zu haben. Drei der Personen waren Mitglieder von Apples Supplier-Responsibility-Team, der vierte ist ein hochrangiger Manager mit Kenntnissen über die Produktion in China.

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Wie 9to5Mac unter Berufung auf The Information schreibt, soll Apple absichtlich Beschränkungen bezüglich des Einsatzes von Zeitarbeitern ignoriert haben, um den Produktions- und Veröffentlichungsprozess neuer Geräte nicht zu gefährden. Hintergrund ist ein 2014 in Kraft getretenes chinesisches Gesetz, das es Fabriken untersagt, mehr als zehn Prozent der Arbeiter mit Zeitverträgen auszustatten.

Apple soll während der zweijährigen Übergangsphase bis 2016 zwar versucht haben, seine Auftragsfertiger in China zur Einhaltung der neuen Regeln zu bewegen, das Problem nach Ablauf der Frist aber ignoriert haben. Bis März 2016 hat sich nach Angaben der vier Informanten an der Situation in den chinesischen Fabriken nicht viel geändert - was bedeutet, dass immer noch weitaus mehr als zehn Prozent der Arbeiterschaft mit Zeitverträgen ausgestattet waren.

Apple soll Kosten und Verzögerungen befürchtet haben

Apple soll aus Furcht vor hohen Kosten und Verzögerungen im Produktionsprozess darauf verzichtet haben, gegen die Auftragsfertiger vorzugehen. Das habe mit dem Veröffentlichungsprozess der vergangenen Jahre zu tun, so die Informanten.

Um Leaks im Vorfeld der Präsentation zu vermeiden, soll Apple in den vergangenen Jahren erst spät mit der Produktion seiner neuen Geräte begonnen haben. Dies erfordert einen hohen Produktionsaufwand in einem relativ kurzen Zeitrahmen und entsprechend einen kurzfristigen Einsatz von vielen Arbeitskräften. Dem Bericht zufolge ist dies ohne zahlreiche Zeitarbeiter nicht zu schaffen, die Auftragsfertiger können die geforderte Produktionsmenge unter Einhaltung der Zehn-Prozent-Regel nicht abliefern.

Apple hat sich gegenüber den Vorwürfen ausweichend geäußert. Das Unternehmen beobachte die Auftragsfertiger sehr genau und leite Maßnahmen ein, falls Verstöße gefunden würden. Apple betont seit Jahren, dass das Unternehmen bei der Produktion auf Nachhaltigkeit und Fairness achte.

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