China: Apple investiert 1 Milliarde US-Dollar in Mitfahrdienst

Apple steckt viel Geld in den Mitfahrdienst Didi Chuxing in China. Das strategische Investment solle dem Unternehmen helfen, den chinesischen Markt besser zu verstehen, sagte Apple-Chef Tim Cook. Oder geht es um einen Absatzmarkt für das Apple Car?

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Apple wird in China zum Großinvestor in einen Mitfahrdienst.
Apple wird in China zum Großinvestor in einen Mitfahrdienst. (Bild: Andreas Donath)

Mit einer Milliarde US-Dollar steigt Apple beim chinesischen Mitfahrdienst Didi Chuxing ein. Der Uber-Konkurrent ist bisher ausschließlich in seinem Heimatland aktiv. Das Investment solle Apple unter anderem helfen, den dortigen Markt besser kennenzulernen, sagte Unternehmenschef Tim Cook der Nachrichtenagentur Reuters.

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Für Didi Chuxing ist es die bisher größte Einzelbeteiligung, die das Unternehmen erhalten hat. Der Dienst vermittelt nach eigenen Angaben am Tag 11 Millionen Fahrten und beherrscht über 80 Prozent des Marktes in China.

Vor kurzem wurde bekannt, dass das Film- und E-Book-Angebot Apples in China blockiert worden sei. Cook will noch im Mai 2016 nach China reisen, um sich mit Behördenvertretern zu treffen.

Außerdem ging im zweiten Geschäftsquartal der iPhone-Umsatz in China zurück, was Apple-Großinvestor Carl Icahn dazu bewegte, seine Anteile an Apple abzustoßen. Grund sei die Lage auf dem chinesischen Markt, sagte Icahn dem TV-Sender CNBC.

Gerüchte um Apple-Auto gestärkt

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Das Investment stärkt die Gerüchte um Apples Autobaupläne. Das Projekt mit dem Codenamen Titan ist seit Anfang 2015 in der Presse. Mittlerweile sollen 1.800 Personen daran beteiligt sein, wie das Wall Street Journal berichtet. Das Unternehmen hat keine Erfahrung im Automobilbau, soll aber zahlreiche Experten anderer Unternehmen abgeworben haben, darunter aus der Akkutechnik. Tesla-Chef Elon Musk hatte im Januar 2016 in einem Interview bekräftigt, dass Apple ein Elektroauto baue. Das sei "ein offenes Geheimnis".

Als relativ ausgeschlossen gilt in der Fahrzeugindustrie, dass Apple das Fahrzeug alleine bauen kann. Vielmehr wird das Know-how von Partnern benötigt. Laut einem Artikel des Handelsblatts vom April 2016 sollen BMW und Mercedes Apple allerdings abgesagt haben. Die deutschen Autohersteller sorgen sich angeblich darum, wer schlussendlich die Kontrolle über das Vorhaben haben werde, und was mit den Daten der Kunden passiere.

In einem Bericht der FAZ vom April 2016 hieß es, dass Apple das Auto über Carsharing-Modelle vermarkten könnte. BMW bietet den i3 bereits via Carsharing an.

Mitfahrdienste wollen autonom fahren

Auch wenn noch nicht klar ist, ob Apple überhaupt ein Auto baut - die Mitfahrdienste könnten die ersten sein, die autonom fahrende Autos einsetzen. Auch General Motors investierte eine halbe Milliarde US-Dollar in den Mitfahrdienst Lyft, der auf lange Sicht autonom fahrende Fahrzeuge einsetzen will. Einen Fahrer sollen die Taxis irgendwann nicht mehr benötigen. General Motors kaufte zudem für eine Milliarde US-Dollar das kalifornische Unternehmen Cruise Automation.

Cruise Automation hat einen Umrüstsatz entwickelt, mit dem gewöhnliche Autos autonom fahren können. Er kostet rund 10.000 US-Dollar und wurde zunächst für einige Audi-Modelle angeboten.

Wie Lyft will auch der Konkurrent Uber - zusammen mit der Carnegie-Mellon-Universität - ein autonom fahrendes Auto entwickeln, um Löhne einzusparen und das Fahren sicherer und effizienter zu machen.

Autoverkäufe durch Sharing-Economy bedroht

Laut einer Analyse von Barclays werden Autoverkäufe in den nächsten 25 Jahren durch den Einsatz von fahrerlosen Fahrzeugen um bis zu 40 Prozent einbrechen, weil sich dann immer mehr Nutzer ein Auto teilen könnten.

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