Wie viel Mechanik steckt in einer Mecha?

Seit 1983 bietet das Unternehmen Cherry aus der Oberpfalz, das inzwischen als ZF Electronics GmbH zum ZF-Konzern gehört, seine Schalter für Tastaturen an. Nach Darstellung von Cherry selbst sind die MX-Switches, manchmal auch "Modul" genannt, eine Weiterentwicklung des Schnappschalters, wie er für elektrische Schreibmaschinen verwendet wurde. Schon die Bezeichnung Schnappschalter ist dabei genau genommen nicht ganz korrekt, eigentlich handelt es sich um einen Sprungschalter.

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Gleiches gilt auch für die Bezeichnung "mechanische Tastatur", denn mit Ausnahme von optischen Eingabegeräten wie einer projizierten Lasertastatur hat jede Tastatur mechanische Komponenten. Gemeint ist im Fall der MX-Switches, dass jede Taste einen eigenen gekapselten Mikroschalter besitzt, der unabhängig von anderen Tasten abgefragt werden kann. Dadurch ergab sich wohl historisch bedingt die Beliebtheit bei Spielern, denn es können mehrere Tastendrücke gleichzeitig an den Rechner gemeldet werden, was auch als "N-Key-Rollover" bekannt ist. Von Spielern stammt auch die liebevolle Bezeichung "Mecha" für Tastaturen mit Einzelschaltern.

Für den Büroalltag waren die Cherry-Switches aber von Anfang an wegen ihrer Präzision und Langlebigkeit beliebt. Letztere gibt der Hersteller mit 50 Millionen Anschlägen pro Modul an, die Präzision ergibt sich schon durch die Konstruktion.

  • Die graue Nase im taktilen Blue-Switch macht den Klick... (Bild: Cherry)
  • ... der beim Brown-Switch viel geringer ist. (Bild: Cherry)
  • Der Red-Switch ist linear und hat keinen Klick. (Bild: Cherry)
  • Der lineare Black-Switch hat den stärksten Widerstand. (Bild: Cherry)
  • Offener Red-Switch mit goldfarbenem Schnappschalter. (Bild: Cherry)
  • Das gesamte Modul eines MX-Red. (Bild: Cherry)
Die graue Nase im taktilen Blue-Switch macht den Klick... (Bild: Cherry)

Unter den Tastenkappen, die sich bei jeder Tastatur mit den Modulen leicht abziehen lassen, sitzt ein linear nach unten geführter Stempel, der den im Inneren des Switches befindlichen Mikroschalter auslöst. Die Tastenkappe selbst ist kaum beweglich auf den Stempel aufgesetzt, die geringe seitliche Beweglichkeit ergibt sich vor allem durch den Stempel. Da bei anderen Bauformen einer Taste wie den vor allem bei sehr billigen Tastaturen üblichen Membranschaltern (Rubberdome) die Tastenkappe nicht linear nach unten geführt wird, wirken die MX-Switches genauer.

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Zwei grundsätzliche Versionen der Module gibt es: mit und ohne Klick, von Cherry auch "taktil" und "linear" genannt. Die nach der Farbe der Stempel Blue und Brown genannten taktilen Switches verfügen über einen spürbaren Auslösepunkt: Die Taste muss nicht ganz bis zum Anschlag gedrückt werden, um einen Buchstaben zu erzeugen. Bei den MX-Brown ist dieser Punkt nur mit einiger Übung spürbar, die meisten unserer Testpersonen bemerkten ihn erst nach einem Hinweis.

Bei den MX-Blue ist der Klick deutlich hörbar, daher sind diese Tastaturen als laut verschrien - das gilt aber bei Nutzern, die kräftig in die Tasten hauen, für alle Geräte mit MX-Switches. Der Grund ist die hohle Tastenkappe, die beim vollen Anschlag einen Resonanzkörper bildet. Als Lösung gibt es die sogenannten O-Ringe aus Gummi, die wie ein Stoßdämpfer wirken. Damit geht aber für viele Anwender einiges vom typischen Präzisionsgefühl verloren, weil der Cherry-typische harte Anschlag fehlt.

Die Switches Black und Red sind lineare Schalter, sie lösen zwar die Eingabe auch schon vor dem Durchdrücken aus, das ist aber nicht spürbar. Sonst unterscheiden sich die getesteten Schalter vor allem durch die nötige Kraft zum Betätigen: 60 Gramm sind es bei Black, 50 bei Blue, und je 45 bei Brown und Red. In den Datenblättern der Tastaturhersteller wird die Kraft oft auch in Centinewton (cN) angegeben, die Werte dafür sind jedoch gleich.

Dass beim Vergleich der linearen Switches Black und Red auf letztere mit 25 Prozent weniger Kraft gedrückt werden muss, machte sich in unserem Test neben den deutlich hörbaren Blue-Modulen am deutlichsten bemerkbar: Als zu leicht empfanden viele Probanden die Red, als zu schwer andere die Black.

Obwohl die Brown-Switches nominal die gleiche Kraft erfordern, ordneten einige Versuchspersonen sie zwischen Red und Black ein, was offensichtlich an dem leichten Klick liegt: Am Anfang muss eine größere Kraft zur Überwindung des Widerstands ausgeübt werden, danach scheint sich die Taste wie von selbst durchzudrücken.

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 Cherry MX-Switches im Test: Widerstand ist nicht zwecklosDer leichte Klick ist bei Vielschreibern am beliebtesten 
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gadthrawn 03. Jun 2014

Ich finde am schlimmsten bei den MX Tastaturen, dass die Tastenkappen oben sehr klein sind.

Casandro 29. Mai 2014

Resonanz ist schmalbandig. Eine Glocke hat zum Beispiel Resonanz. Um was es hier geht ist...

3rain3ug 26. Mai 2014

Danke! Dachte erst es wären keine von Costar aber beim genauen hinschauen sieht man das...

Anonymer Nutzer 22. Mai 2014

Man kann natürlich auch eine Wissenschaft draus machen. Sinnvoller ist es allerdings...



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