Cherry: Deutsche Tastaturmarke produziert künftig in China

Der deutsche Konzern Cherry hat schon seit einiger Zeit mit finanziellen Problemen zu kämpfen. Deshalb hat das Unternehmen eine Hauptversammlung abgehalten(öffnet im neuen Fenster) , bei der diverse Maßnahmen besprochen wurden. Ein Großteil der Switch-Produktion für mechanische Tastaturen wurde bereits nach China und in die Slowakei verlegt.
Das ursprüngliche Werk in Auerbach wurde in einen Entwicklungs- und Logistik-Hub umgewandelt. Die eigentliche Produktion findet dort allerdings nicht mehr statt. Die Umwandlung in einen Logistikstandort ist laut Cherry (PDF-Download)(öffnet im neuen Fenster) bereits fast vollständig abgeschlossen. Außerdem wurde der Vertrag mit einem externen Logistikpartner gekündigt, was Kosten einsparen soll.
Verkauf diverser Sparten
Ein weiterer Plan: Es soll eines von zwei Kerngeschäften abgestoßen werden. Die Wahl fällt entweder auf das Business mit Digital Health und Solutions oder auf die Peripherals-Sparte. Der erste Teil fokussiert sich unter anderem auf Mobilgeräte, Cloudlösungen und Software für den Gesundheitssektor. Der zweite Teil umfasst unter anderem Gaminggeräte wie Tastaturen und Mäuse sowie Office- und Security-Hardware.
Die Herstellung mechanischer Switches soll bei Cherry verbleiben. Das Unternehmen etablierte sich mit mechanischen Schaltern als Quasistandard auf dem Markt. Mittlerweile ist die Konkurrenz an Switch-Herstellern aus dem Ausland allerdings sehr groß. Viele Unternehmen wie Gateron, Kailh und Co. bauen teils sogar bessere Switches und sind auch bei induktiven und Hall-Effect-Schaltern etabliert.
Die genannten Maßnahmen sollen Geld einsparen und die Zahlungsfähigkeit von Cherry wieder verbessern. Das Unternehmen will sich dabei wohl als Käufer von Assets aufstellen und nicht mehr als Verkäufer agieren. Damit soll die Basis für eine Neubewertung der Cherry-Aktie auf dem Kapitalmarkt geschaffen werden. In den vergangenen sechs Monaten musste das Unternehmen einen Wertverlust von knapp 36 Prozent hinnehmen.



