Kunststoff wird wieder zu Kunststoff

Für großvolumige Anwendungen muss das Pyrolyseöl zunächst aufgereinigt werden und kommt dann - typischerweise zusammen mit fossilem Naphtha (Rohbenzin) - in den Steamcracker. Die Rohstoffe werden dort bei etwa 850 Grad Celsius aufgespalten. Dabei entstehen im Wesentlichen Ethylen und Propylen. Aus diesen Basischemikalien werden im Produktionsverbund der BASF eine Vielzahl chemischer Produkte hergestellt, darunter auch Kunststoffe.

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In der Pilotphase des Projekts stellte BASF gemeinsam mit verschiedenen Kunden erste Prototypen auf Basis von chemisch recycelten Kunststoffabfällen her: Das Unternehmen Südpack aus Ochsenhausen in Oberschwaben etwa produzierte Käseverpackungen. Die bestehen aus über zehn Kunststoffschichten, sie müssen sehr dünn, aber auch reißfest sein. Das könnten mechanisch recycelte Kunststoffe nicht bieten, sagt Johannes Remmele, geschäftsführender Gesellschafter des Verpackungsherstellers.

Auch Styropor lässt sich mit recyceltem Material produzieren. Storopack, ein Unternehmen aus Metzingen bei Stuttgart, stellte Transport- und Schutzverpackungen her, darunter die Boxen, in denen Medikamente und andere Medizinprodukte bei einer konstanten Temperatur von zwei bis acht Grad Celsius transportiert werden.

Allerdings zeigt sich hier auch ein Dilemma: Zwar lässt sich mit dem Verfahren Kunststoffmüll beseitigen, der sonst in die Müllverbrennungsanlage oder auf die Müllkippe wandern würde. Doch der Prozess ist energieaufwendig, und am Ende stehen wieder neue Kunststoffe oder ein fossiler Treibstoff.

Welches Verfahren ist sinnvoll?

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"Nach unserer Ansicht sollte anhand einer Ökoeffizienz-Analyse entschieden werden, welches Recyclingverfahren angewendet wird. Studien haben gezeigt, dass verschiedene Prozesse für verschiedene Abfallströme ökologisch und ökonomisch sinnvoll sind", sagt Christian Lach von BASF. "Wir betrachten auch Kunststoffabfälle, für die es noch keine hochwertigen Recycling-Verfahren gibt. Dazu zählen etwa gemischte und kontaminierte Kunststoffe. Diese über einen mechanischen Prozess zu recyceln, ist entweder nicht möglich oder sehr ineffizient. In diesem Fall ist das chemische Recycling eine bessere Option - ebenso wie in Fällen, wo die sehr hohen Anforderungen in der Anwendung von mechanisch recyceltem Material nicht erfüllt werden können."

Dennoch sei das chemische Recycling "so etwas wie ein das-kleinere-von-zwei-Übeln-Umweltschutz", findet Nate Maynard, der bei einem Plastic-To-Fuel-Unternehmen arbeitete und jetzt bei der taiwanischen Chung-Hua Institution for Economic Research ist. Ähnlich ordnete auch die Boston Consulting Group (BCG) in einer Studie das chemische Recycling in der Hierarchie der Kunststoffabfallwirtschaft ein: nämlich relativ weit unten.

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 Chemisches Recycling: Immerhin besser als die DeponiePlastikvermeidung ist am besten 
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bojenkommandant 22. Dez 2019

Danke für Deine Anmerkungen @Eheran Ich halte Plastik für eine feste Zwischenform des...

mifritscher 22. Dez 2019

Manche Salatsorten werden bitter, wenn sie Licht abbekommen.

mifritscher 22. Dez 2019

Massiver Platzverbrauch, und die Wahrscheinlichkeit, das Deponien später nochmal wegen...

laserbeamer 20. Dez 2019

Naja zwei Anmerkungen: 1) Überlegt mal wo der Kunststoff hergestellt wird, größten Teils...



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