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Zwei Projekte setzen künftig auf alkalische Elektrolyse

Das Wasserstoff-Projekt von Shell in Wesseling wurde von der EU im Rahmen des Horizon-2020-Programms als Forschungsprojekt unterstützt. Auf der entsprechenden Webseite der EU findet sich ein Abschlussbericht(öffnet im neuen Fenster), der deutlich macht, dass auch dieses Projekt mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte.

Der Bericht betont dabei, dass es sich um ein First-of-a-kind-Projekt handelt, also ein Projekt, das es in dieser Form noch nicht gab und dass es dadurch zu zahlreichen Schwierigkeiten kam. Beispielsweise wurde explizit erwähnt, dass der ursprünglich angepeilte Zeitplan unrealistisch war. Ebenso erwähnt der Bericht, dass 2023 entschieden wurde, auf eine neue Generation von Elektrolysezellen von ITM Power umzusteigen.

Linde und ITM Power sind an einer Reihe weiterer Elektrolyseprojekte beteiligt: In Lingen baut der Energiekonzern RWE zwei 100-Megawatt-Elektrolyseure mit der Technologie von ITM Power. RWE vermeldete kürzlich, dass der erste Wasserstoff hiervon zu Kunden geliefert wurde(öffnet im neuen Fenster).

Eine Anfrage von uns beantwortete RWE nicht. Was allerdings bekannt ist: RWE plant den weiteren Ausbau der Elektrolyseleistung in Lingen mit einer anderen Elektrolysetechnologie. 2024 kündigte RWE an(öffnet im neuen Fenster), dass dort weitere 100 Megawatt an Elektrolyseleistung mit Technologie der Firma Sunfire gebaut werden sollen. Diese nutzen die klassische alkalische Elektrolyse.

Nicht nur RWE wechselt für den weiteren Ausbau auf alkalische Elektrolyse. Auch Linde selbst plant, wenngleich in deutlich kleinerem Maßstab, den weiteren Ausbau der Elektrolyse in Leuna und will hierfür Alkali-Elektrolyseure nutzen. Das Unternehmen erhielt für den zusätzlichen Elektrolyseur mit einer Kapazität von 5 Megawatt vergangenen Jahr einen Förderbescheid(öffnet im neuen Fenster).

Der Düngemittelkonzern Yara ließ ebenfalls eine Elektrolyseanlage mithilfe von ITM Power und Linde aufbauen. Die Anlage befindet sich in Yaras norwegischem Werk in der Stadt Porsgrunn. Dieses Projekt wurde im Geschäftsbericht von ITM Power aus dem Jahr 2022 direkt mit dem Projekt in Leuna in Verbindung gebracht(öffnet im neuen Fenster). Demnach habe man das Projekt in Leuna für Porsgrunn repliziert; beide Anlagen haben eine Kapazität von 24 Megawatt.

Die Elektrolyseanlage von Yara in Norwegen wurde offiziell 2024 eröffnet(öffnet im neuen Fenster). Zahlen zu Produktionsmengen konnten wir allerdings keine finden; eine Anfrage beantwortete Yara nicht.

Ursprünglich hatte Yara angekündigt, das gesamte Werk in Porsgrunn auf Elektrolyse-Wasserstoff umzustellen. Der 24-Megawatt-Elektrolyseur sollte dafür nur der erste Schritt sein. Doch im Oktober 2024, kurz nach der Inbetriebnahme des Elektrolyseurs, gab Yara in einem Zwischenbericht beiläufig bekannt(öffnet im neuen Fenster), dass es die Pläne für eine vollständige Umstellung des Porsgrunn-Werkes auf grünen Wasserstoff nicht weiter verfolge.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Linde und ITM Power vor einigen Jahren mehrere Großprojekte für Elektrolyseure auf den Weg brachten. An zwei Standorten wird für den weiteren Ausbau künftig auf eine andere Elektrolysetechnologie gesetzt. Ein Projekt stoppte den weiteren Ausbau komplett.

Das Projekt von Shell in Wesseling fällt dabei etwas heraus. Auf die ersten 10 Megawatt folgte ein größeres Nachfolgeprojekt mit 100 Megawatt, das zurzeit in Bau ist. Es dürfte allerdings eines der letzten Projekte sein, das von Linde und ITM Power gemeinsam gebaut wird.

Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf das Verhältnis zwischen dem Chemiekonzern Linde und dem Elektrolyseur-Hersteller ITM Power zu werfen. Beide Unternehmen gingen vor einigen Jahren eine enge Partnerschaft ein. Doch es gibt einige Hinweise darauf, dass diese Partnerschaft inzwischen stark belastet ist.


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