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Teure Umbauarbeiten und ein Brand

Die Landesregierung Sachsen-Anhalt bestätigt in einer Antwort auf die Kleine Anfrage der Landtagsabgeordneten Eisenreich (PDF)(öffnet im neuen Fenster) im Juli, dass die grüne Wasserstoffproduktion in Leuna bis dahin ihren regulären, kommerziellen Betrieb nicht aufgenommen hatte. Wasserstoff wurde bislang nur in irrelevanten Mengen produziert. Während die Elektrolyseure eine Kapazität von 3.200 Tonnen pro Jahr haben, wurden bislang insgesamt weniger als hundert Tonnen produziert.

Linde hatte demnach noch im Zeitrahmen der ursprünglichen Ankündigung versucht, die Anlage im September 2022 in Betrieb zu nehmen. Doch die Inbetriebnahme wurde kurz darauf abgebrochen.

"Nach Angaben des Unternehmens wurde der Betrieb aufgrund eines sicherheitsrelevanten Sachverhalts vorsorglich ausgesetzt, um eine dauerhafte technische Lösung zu entwickeln", schreibt dazu das Wissenschaftsministerium Sachsen-Anhalt. "In bestimmten Betriebszuständen hätte sich andernfalls die vorgesehene sicherheitsgerichtete Abschaltung im Falle einer Wasserstoffleckage verzögern können."

Darauf erfolgten teure Umbauarbeiten: "Die anschließende Überarbeitung umfasste umfangreiche Engineering-Leistungen sowie Verbesserungs- und Reparaturmaßnahmen, die ab Oktober 2022 konzipiert und ab April 2024 umgesetzt wurden. Das Unternehmen beziffert das hierfür aufgewendete Investitionsvolumen auf rund 25 Prozent der ursprünglichen Gesamtinvestition", so die Antwort der Landesregierung.

"Vorfall mit Wasserstoffaustritt und einem örtlich begrenzten Brand"

Obwohl Linde demnach mehrere Jahre damit zubrachte, die Anlage so umzubauen, dass die Sicherheit gewährleistet ist, kam es dennoch Ende letzten Jahres zu einem Unfall: "Während der Wiederinbetriebnahme im Dezember 2025 trat nach Angaben des Unternehmens ein weiterer, ursächlich davon unabhängiger Vorfall mit Wasserstoffaustritt und einem örtlich begrenzten Brand auf, in dessen Folge zusätzliche technische Maßnahmen umgesetzt wurden." Die kommerzielle Inbetriebnahme ist nun laut der Landesregierung für das dritte Quartal 2026 geplant.

Dass es bei der Produktion von grünem Wasserstoff zu derart massiven technischen Problemen und Verzögerungen aufgrund von Sicherheitsbedenken kommt, mag zunächst einmal überraschend erscheinen. Über Wasserstoff als Klimaschutzlösung wird kontrovers diskutiert, doch die Kontroversen drehen sich meist darum, dass die Produktion von grünem Wasserstoff vergleichsweise teuer ist und viel sauberen Strom braucht, der an anderer Stelle oft eine größere Klimaschutzwirkung erzielen könnte.

Wasserstoff-Elektrolyse ist zudem keine neue Technologie, und Linde hat viel Erfahrung im Umgang mit Wasserstoff und im Betrieb von komplexen Chemieanlagen.


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