Chemieindustrie: Wärmebatterie senkt Wärmebedarf um 10 Prozent

Der Kunststoffhersteller Covestro(öffnet im neuen Fenster) hat den Baubeginn einer Wärmebatterie mit einer Kapazität von 100 Megawattstunden in Brunsbüttel bekanntgegeben. Sie soll ab Ende 2026 dabei helfen, den Wärmebedarf zu etwa 10 Prozent aus der im Norden reichlich, aber schwankend verfügbaren Windenergie zu decken.
Zum Einsatz kommen Ziegel, die im Grunde seit Jahrhunderten fast unverändert für die Wärmespeicherung und -isolierung eingesetzt werden. Hergestellt wird die Wärmebatterie von Rondo Energy aus Kalifornien, USA.
Wärme muss vorgehalten werden
Entscheidend sein soll die optimierte Form der Ziegel, die die Wärme besonders effektiv speichert. Mit dieser Wärme wird ein Kessel angetrieben, der den Dampf für die lokale Herstellung von chemischen Verbindungen liefert.
Wegen der guten Speicherfähigkeiten des Materials kann die Erhitzung immer dann erfolgen, wenn der Strompreis besonders niedrig ist. So soll die Batterie dabei helfen, konstant Dampf aus eigentlich volatilen Energiequellen wie der Windkraft zu erzeugen.
Laut Rondo lässt sich die Wärme mehrere Tage mit begrenzten Verlusten speichern. Angaben aus anderen Projekte zufolge lassen sich mit der Technik 1.500 °C erreichen. Der Druck liegt bei bis zu 10 Megapascal (100 bar) und soll durchgehend konstant gehalten werden können.
Covestro nennt als Ziel eine Einsparung von 10 Prozent, weil der Dampf zukünftig zu einem Teil aus der gespeicherten Wärme der Ziegel erzeugt wird. Das entspräche der Vermeidung des Ausstoßes von 13.000 Tonnen CO 2 .
Pläne von Rondo sind geschrumpft
Mittlerweile hat der Hersteller bereits mehrere der Wärmebatterien installiert, unter anderem in Kalifornien, Portugal und Thailand. Aus einer Mitteilung von 2023 geht allerdings hervor, dass sich das Unternehmen bereits mit einem Ziegelhersteller auf ausreichend Material für 2,4 Gigawattstunden pro Jahr geeinigt hat.
Derzeit dürften jedoch nur einige Hundert Megawattstunden in Betrieb sein, ein Bruchteil der ehemals angekündigten Menge. Zudem dauerte es von der Ankündigung der Wärmebatterie in Brunsbüttel bis zum Spatenstich mehr als ein Jahr. Noch wartet die Technik auf ihren Durchbruch.