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Checker Plus: Gmail in besser

Helferlein
Wenige Chrome -Browser-Erweiterungen sind so nah an den Nutzerbedürfnissen ausgerichtet wie Checker Plus für die Google -Dienste Gmail, Calendar und Drive.
/ Kristof Zerbe
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Die Chrome-Erweiterung meldet Posteingang. (Bild: Pixabay/Montage: Golem.de)
Die Chrome-Erweiterung meldet Posteingang. Bild: Pixabay/Montage: Golem.de

Wer ein Google-Konto sein Eigen nennt, nutzt meist auch den webbasierten Mailer Gmail, dazu oft Google Calendar für die Termine und vielleicht Google Drive für die Speicherung von Dateien in der Cloud. Der US-amerikanische Internetkonzern macht es den Benutzern sehr leicht, seine Web-basierten Dienste zu verwenden. Die Einstiegshürden sind niedrig und die Oberflächen aufgeräumt und intuitiv.

Setzt man den hauseigenen Chrome-Browser ein, kann man sich zudem über eingehende Mails oder anstehende Termine informieren lassen. Ein Klick und der Browser öffnet mit Gmail oder Google Calendar ...

Aber nicht immer ist es notwendig oder wünschenswert, eines der Google-Tools in einem neuen Browser-Fenster komplett zu laden, wenn man vielleicht schon zwei, drei Dutzend Tabs in mehreren Fenstern geöffnet hat und Gefahr läuft, den Überblick zu verlieren.

Das scheint sich der in Montreal lebende Software-Entwickler Jason Savard (öffnet im neuen Fenster) vor zehn Jahren auch gedacht zu haben. Damals begann er, eine Chrome-Erweiterung zu schreiben, die mittels eines kleinen Icons in der Erweiterungsleiste des Browsers eine neu eingegangene Gmail melden und per Klick darauf in einem eigenen Popup-Fenster direkt anzeigen sollte. Entstanden ist Checker Plus for Gmail(öffnet im neuen Fenster) .

Neben der Erweiterung für Gmail bietet Savard weitere für Calendar und Drive an, wobei alle eines gemeinsam haben: Man kann die wichtigsten Funktionen der Dienste direkt in dem sich öffnenden Popup erledigen: Mail beantworten, neue Mail schreiben, Termin mit Erinnerung anlegen, Datei hochladen, Datei-Link zum Teilen abrufen - alles funktioniert, ohne die Oberflächen der Dienste laden zu müssen in einem beliebigen Chrome-Fenster.

Für den Autor und wahrscheinlich einige der fast 2 Millionen Benutzer gehören die Checker-Plus-Erweiterungen zu der Sorte Tools, von denen man sich gar nicht mehr vorstellen kann, ohne sie zu arbeiten - so schnell gewöhnt man sich in die Funktionalität und passt den eigenen Workflow daran an.

Checker Plus for Gmail: beeindruckender Funktionsumfang

Das Checker-Plus-Tool für den Web-Mailer Gmail verankert ein Icon in der Erweiterungsleiste, das die Anzahl der ungelesenen Mails mittels eines Indikators anzeigt. Da es möglich ist, in der Erweiterung mehrere Gmail-Konten zu konfigurieren, werden in der Zahl alle ungelesenen Mails zusammengefasst.

Klickt man auf das Icon, öffnet sich ein Popup mit einer übersichtlichen Liste über alle Konten und den ungelesenen Mails. Die Mails werden dabei im Kompaktmodus angezeigt, man sieht also neben dem Absender und dem Betreff auch einen Auszug aus dem Mail-Text.

Klickt man nun wiederum auf eine Mail, wird diese vollständig im Popout angezeigt und berücksichtigt dabei auch einen eventuellen Mail-Thread vollständig. Die Icon-Schaltflächen Archivieren , Spam markieren , Löschen , Gelesen markieren und Markieren , die beim Hovern über eine Mail angezeigt werden, bilden die meistbenötigten Aktionen ab und machen es meist überflüssig, die Schaltfläche In Gmail öffnen zu verwenden.

Massig Einstellungsmöglichkeiten

Mit den Jahren und jeder neuen Version (aktuell ist v22.9) sind unzählige Optionen hinzugekommen, so dass sie von Savard inzwischen in neun Gruppen inklusive Startseite unterteilt werden mussten:

  • 1. Startseite mit Schnelleinstieg
  • 2. Allgemein
  • 3. Benachrichtigungen
  • 4. Bitte nicht stören
  • 5. Schaltfläche
  • 6. Konten/Label
  • 7. Skins und Themes
  • 8. Tasten
  • 9. Spracheingabe

Auf alle Einstellungen in diesem Artikel eingehen zu wollen, wäre töricht, aber ein paar verdienen eine extra Portion Aufmerksamkeit wie zum Beispiel die unter Konten/Label . Hier können sich Benutzer entscheiden, ob die Erweiterung die zur Verfügung stehenden Gmail-Konten selbst anhand der im Browser gespeicherten Anmeldung an Gmail ermitteln soll oder ob sie diese manuell angeben. In beiden Fällen ist es danach möglich, nur bestimmte Labels für die Benachrichtigungen auszuwählen oder es beim Standard Posteingang zu belassen. Sehr praktisch, wenn man sich ein System der automatischen Verteilung in Unterordner (Labels) eingerichtet hat.

Da die Erweiterungen auch die interaktiven Desktop-Benachrichtigungen steuern, ist es nützlich, unter Bitte nicht stören Zeiträume definieren zu können, wo das zu unterbleiben hat. Neben der Option, dafür Termine aus dem Google Calendar heranzuziehen, kann man auch wöchentlich gültige Zeitpläne dafür definieren.

Checker Plus for Google Calendar: besser als das Original

Das Erweiterungs-Icon der Chrome-Erweiterung für Google Calendar warnt visuell vor anstehenden Terminen und zeigt im Tooltip jene der nächsten zwei Tage an. Sitzt man den ganzen Tag am Rechner und arbeitet im Chrome Browser, kann man sich somit kaum noch herausreden, wenn man einen Termin verpasst hat, zumal die Erweiterung auch Warnungen über das Windows-Hinweissystem übernimmt.

Die Oberfläche des Popups ähnelt dem Original unter calendar.google.com (öffnet im neuen Fenster) und legt lediglich die Seitenleiste unter ein Hamburger-Menü, um Platz zu sparen. Es bildet die Grundfunktionalität des Originals ab und es besteht bei seiner Verwendung kaum noch ein Anlass, die Original-Website von Google zu besuchen.

Es macht aber auch ein paar Dinge besser als Google. So bietet das Popup die gleichen Ansichtsoptionen wie Tag , Monat , Woche , Jahr und Terminübersicht , bezeichnet Letztere aber als Liste und fügt eine Übersicht hinzu, wie man sie von der Kalender-Android-App kennt. Zudem kann man sich seine eigene Ansicht in den Einstellungen definieren, wenn man zum Beispiel die nächsten drei Tage oder sechs Wochen im Blick behalten möchte.

Auch Checker Plus for Google Calendar hat in der aktuellen Version v26.1.1 eine Menge Einstellungsmöglichkeiten, wie die Anzeige der Wochennummern oder Markierung der Wochenenden. Hervorzuheben sind hier besonders die Einstellungen zu den Benachrichtigungen, die man über mehrere Konten und Kalender sehr gut feinjustieren kann.

Checker Plus for Google Drive: weniger Funktionen

Das Popup der Drive-Erweiterung ist im Grunde genommen eine Kopie der Google-Oberfläche unter drive.google.com(öffnet im neuen Fenster) . Es beschränkt sich zwar auf die Listenform und verzichtet auf Vorschauanzeigen der Dateien, aber eben auch auf Werbung wie "Speicherplatz kaufen" . Auch hat es im Kontextmenü eines Ordners oder einer Datei lange nicht so viele Optionen wie das Original, aber das ist im Allgemeinen zu verschmerzen, weil die wichtigsten Optionen wie Download , Link kopieren , Umbenennen und Entfernen vorhanden sind.

Zusatzfunktionen gegen Spende

Wenige Chrome-Erweiterungen sind derart nah an den Bedürfnissen der Benutzer ausgerichtet wie die Checker Plus Erweiterungen(öffnet im neuen Fenster) . Der Funktionsumfang gerade der Gmail-Erweiterung ist schlicht beeindruckend und lässt kaum Wünsche offen.

Einzig bei der Lokalisierung des Quellcodes in den von ihm angebotenen über 30 Sprachen könnte Savard etwas mehr Sorgfalt walten lassen. Da mischt sich dann schon mal etwas Englisch in ansonsten deutsche Oberflächen, insbesondere bei den Einstellungen. Aber jeder Entwickler, der schon mal versucht hat, sein Tool in derart vielen Sprachen anzubieten, wird es ihm nachsehen, denn er weiß um die viele Arbeit.

Leider ist der Einstellungsbereich Skins und Themes alles, nur nicht allgemein verständlich und kein Vergleich zur sonst guten UX der Erweiterungen. Wenn man sich das Popup mit Hintergrundbildern und anderen Farben hübsch machen möchte, muss man sich einlesen und Jasons Konzept der Individualisierung voneinander getrennter Elemente verstehen.

Da Jason Savard inzwischen in Vollzeit an seinen Erweiterungen arbeitet, ist er auf daraus zu generierende Einnahmen angewiesen. Einige Einstellungen, an denen er eigenen Aussagen zufolge lange gearbeitet hat, hat er als "zusätzliche Funktionen" deklariert, die man erhält, wenn man einmalig oder monatlich wiederkehrend einen selbst festzulegenden Betrag an ihn spendet. Ein faires Konzept, zumal er tägliche Updates und bei Problemen gar eine Antwortzeit von fünf Minuten zusichert. Naja. ;) Aber es ist schön, einen Entwickler zu sehen, der mit derart viel Herzblut bei der Sache ist.

Kristof Zerbe(öffnet im neuen Fenster) arbeitet seit über 25 Jahren in der IT in unterschiedlichsten Rollen wie Freelancer, Administrator, Datenbankentwickler, Coach, Web-Entwickler, Architekt, Devops-Engineer, Analyst, Team-Lead sowie aktuell IT-Manager und Führungskraft. Seine technologischen Schwerpunkte sind Web und Microsoft.


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