Check Now: Schufa lässt Kontoauszugs-Projekt in Hessen prüfen

Die Schufa nimmt einen weiteren Anlauf, um für den Zugriff auf Kontoauszüge das Placet von Datenschützern zu bekommen.

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Die Schufa will weiterhin die Kontoauszüge von Nutzern durchleuchten.
Die Schufa will weiterhin die Kontoauszüge von Nutzern durchleuchten. (Bild: Christoph Scholz/CC-BY-SA 2.0)

Die Auskunftei Schufa gibt ihre Pläne für das umstrittene Check Now offenbar nicht auf. Nachdem das Produkt im November zunächst den bayerischen Datenschutzbehörden vorgestellt worden war, soll es anschließend auch in Hessen präsentiert worden sein. Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge gilt die hessische Datenschutzbehörde als unternehmensfreundlicher. Da der Firmensitz der Schufa Holding in Wiesbaden liegt, ist Hessen allerdings auch für das Unternehmen zuständig.

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Bei Check Now geht es darum, dass Verbraucher mit einem schlechten Schufa-Score ihre Kontoauszüge zur Verfügung stellen sollen. Die Auszüge werden anschließend von der Auskunftei ausgewertet, um beispielsweise - je nach Ausgang der Auswertung - dennoch einen Vertrag oder Kredit zu bekommen. Die abgegriffenen Daten dürfen von der Auskunftei zwölf Monate gespeichert und zur Entwicklung eigener Produkte verwendet werden.

Die Pläne für ein Pilotprojekt mit der Telefongesellschaft Telefónica waren Ende November 2020 bekanntgeworden. Anschließend hatte Telefónica das Projekt beendet. Datenschützer und Politiker hatten Check Now scharf kritisiert.

Verbraucherschützer: Verhalten wäre "überaus dreist"

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), zeigte sich empört über den neuen Versuch in Hessen. "Ein solches Verhalten der Schufa wäre überaus dreist. Erst plant sie eine ziemlich umfassende Datenschnüffelei über eine Tochterfirma in Bayern. Und nun versucht sie offenbar, sich das Ganze von dem Datenschutzbeauftragten genehmigen zu lassen, bei dem sie sich die größten Chancen verspricht", sagte Müller der Süddeutschen Zeitung und fügte hinzu: "Diese Art von Rosinenpickerei ist völlig inakzeptabel." Der Vorgang belege, wie "ernst es die Schufa offensichtlich mit ihren Schnüffelabsichten meint".

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Die Schufa wies die Vorwürfe jedoch zurück. Da die Tochterfirma Finapi ihren Sitz in Bayern habe, sei dort den Behörden das Projekt vorgestellt worden. "Wegen des Zusammenspiels mit der Schufa" sei der hessische Datenschutzbeauftragte "im Nachgang mit gleicher Post informiert" worden, sagte ein Sprecher der Zeitung. Dem Bericht zufolge wurde die Behörde in Hessen jedoch zunächst nicht informiert. Daher liegt der Verdacht nahe, dass die Schufa erst nach der heftigen Kritik von Verbraucher- und Datenschützern auch in Hessen vorstellig geworden sei.

Weichert sieht "Katastrophe" für Verbraucher

Nach Darstellung des früheren schleswig-holsteinischen Datenschutzbeauftragen Thilo Weichert ist ein solches Vorgehen jedoch nicht unüblich. Es sei "ganz offensichtlich", dass gerade große Unternehmen mit vielen Standorten ihre Hauptverwaltung dorthin legten, wo die Aufsichtsbehörden ihnen gewogen seien. "So ist zum Beispiel ganz offensichtlich, dass die Schufa sich in Hessen sehr, sehr wohlfühlt, weil dort die Aufsichtsbehörde sehr entgegenkommend ist und im Prinzip das meiste durchwinkt", sagte Weichert der Zeitung. Das sei für den Verbraucher "eine Katastrophe".

Möglicherweise könnte die Datenschutzbehörde in Hessen jedoch in Zukunft stärker die Interessen der Bürger berücksichtigen. Denn im kommenden März soll der Datenschutzexperte Alexander Roßnagel die Nachfolge von Michael Ronellenfitsch antreten. Der Kasseler Jura-Professor Roßnagel ist unter anderem Sprecher des Forums Privatheit. Nach seiner Wahl im vergangenen Dezember sagte der 70-Jährige: "Die zunehmende Digitalisierung aller Lebensbereiche führt zu immer intensiveren Verarbeitungen personenbezogener Daten und damit zu Eingriffen in die informationelle Selbstbestimmung. Zugleich erschwert sie, Risiken für Grundrechte zu erkennen, sich gegen Eingriffe in Grundrechte zu wehren und Möglichkeiten zu finden, sich zu schützen."

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Proctrap 23. Jan 2021

Kenne eine Person die seit Jahren ein negatives Scoring hat, weil mal was nicht stimmte...

Cheatchat 13. Jan 2021

Das stimmt so nicht. Meine Bank arbeitet nicht mit der Schufa oder einer anderen...

Cheatchat 13. Jan 2021

Viel schlimmer, als dieses eingewilligte schnüffeln finde ich das Anbieten einer...

goto10 13. Jan 2021

Nein. Der positive Betrag auf deinem Konto ist eine Schuldverschreibung der Bank dir...

goto10 13. Jan 2021

Bei einer Kontobewegung sind in der Regel zwei Parteien betroffen, der Sender und der...



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