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Der Kampf gegen Cheater

Deswegen besitzt jeder größere Ligenbetreiber ein eigenes Anti-Cheat-System. Die ESEA hat ein eigenes Tool entwickelt, ebenso die ESL, die es schlicht Anti-Cheat nennt. "ESL Anti-Cheat überwacht während des Spiels, welche Prozesse neben dem Spiel laufen und sucht auch auf Treiberebene nach Unstimmigkeiten. Auch wird in der config nach manipulierten Spieldateien gesucht, indem bestimmte Dateiwerte überprüft werden", erklärt Menge. Indem wesentlich mehr Daten analysiert werden, wird versucht zu erkennen, ob Spieldateien etwa durch DLL-Injections verändert wurden.

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Die gesammelten Daten werden verschlüsselt an die ESL gesendet. "Wir verschlüsseln, um den Datenschutz zu gewährleisten, aber auch damit die Dateien nicht manipuliert werden können", sagt Menge. Auf den Servern der ESL werden die Daten analysiert. Sind keine Unstimmigkeiten zu finden, werden sie gelöscht. Wird allerdings ein Cheat erkannt, darf der Spieler zwei Jahre lang nicht mehr in der ESL spielen.

"Cheating muss aktiv verhindert werden"

Da aber auch das System der ESL eher analysiert als aktiv versucht, Cheating zu verhindern, ist es mit privaten Cheats immer noch möglich zu betrügen. "Besser wäre es, etwas auf die Beine zu stellen, das aktiv gegen Cheatversuche vorgeht. Ein System, das Cheaten unmöglich macht", sagt Supex0. Auch Ko1n findet, dass alleine das Erkennen von Cheats nicht reiche: "Valve müsste endlich zahlreiche Lücken im Spiel schließen, die teilweise seit Jahren bekannt sind. Zahlreiche Funktionen könnten nicht mehr in der jetzigen Form umgesetzt werden."

In den Gesprächen mit den Cheat-Codern wurde dies Valve öfter vorgeworfen. Manche vermuten hinter dem Verhalten Kalkül. "Für Valve ist es vorteilhaft, wenn es Cheater in Spielen gibt. Wenn ein Cheat eines sehr großen Anbieters erkannt wird, werden mehrere Hundert oder Tausend Accounts gesperrt. Viele der Cheater werden das Spiel wieder kaufen, da es mit 14 Euro nicht sehr teuer ist. Und wahrscheinlich auch wieder Cheats einsetzen, um ein halbes Jahr später wieder gebannt zu werden", erklärt Tr1cky. Viele kauften sich dann wieder zahlreiche Skins, an denen Valve mitverdient.

Da Valve nur wenig unternimmt, versucht etwa Faceit, mit Game-Modifikationen das Cheaten zu erschweren. So werden Wallhacks mit Hilfe einer Serveranwendung komplett verhindert: Positionsdaten der Gegner werden vom Server nur an den Client gesendet, wenn sich der Gegner tatsächlich im sichtbaren Bereich befindet. Aktuell gibt es aber noch Probleme mit der Implementierung: Immer wieder kommt es vor, dass Gegner einfach so aufploppen, weil die Positionsdaten zu spät gesendet wurden - für Profispiele kein tragbarer Zustand.

Das Raspberry Pi als Anti-Cheat

Eine weitere Methode, gegen den Betrug vorzugehen, wären Hardware-Anti-Cheat-Lösungen wie das im Mai 2015 vorgestellte Game:ref, dessen Kickstarter-Kampagne aber gescheitert ist. Auch Ko1n arbeitet an einem Hardware-Anti-Cheat-System, das er Project Cocaine nennt. Bei dem System analysiert ein Raspberry Pi, ob die Mausbewegung mit der tatsächlichen Bewegung, die an den Server gesendet wird, übereinstimmt. Zielhilfen aller Art könnten so komplett verhindert werden.

Project Cocaine kann aber auch zu einem Hardware-Cheat umfunktioniert werden. Auf dem Raspberry Pi wird dann eine Maus emuliert, die anhand der Positionsdaten, die der Gegner sendet, beim Zielen unterstützt. Mit der Zeit sollen weitere Funktionen hinzukommen. Ob Ko1n Project Cocaine verkaufen wird, ist noch ungewiss.

Solche Hardware-Anti-Cheat-Systeme könnten allerdings nur bei LAN-Turnieren eingesetzt werden, wo bereits viele Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden, um Cheating zu verhindern. So werden etwa auf der ESL One in Köln die Spieler-PCs gestellt. Die Systeme haben keinen Zugriff auf das Internet, einzig ein Steam-Login ist möglich - wie genau die ESL das umsetzt, ist nicht bekannt. Im Steam-Client sind auch der Workshop und die Steam-Cloud gesperrt, über diesen Weg haben die Spieler den Cheat von Supex0 auf bereitgestellten Systemen installiert. Die Configs und Treiber werden vorher auf eine SSD aufgespielt, jeder Spieler hat eine eigene, die er auf der Bühne in das System steckt.

LAN-Turniere mit guten Sicherheitsvorkehrungen

Bevor die Spieler an die Spielstationen dürfen, müssen sie Smartphones und andere technische Geräte abgeben, die sie erst nach dem Spiel wiederbekommen - wie geprüft wird, dass die Spieler keine weiteren Dinge bei sich haben, erklärt die ESL nicht. Cheats könnten auch über Peripheriegeräte wie Maus oder Tastatur auf die Systeme gebracht werden. Durch eine Manipulation der Firmware können Cheats mit Hilfe des kleinen Flash-Speichers in den Geräten genutzt werden - eine solche Manipulation wird auch genutzt, um Malware zu verbreiten. Um Cheating über diesen Weg zu verhindern, sammelt die ESL vor dem Event die Peripherie ein und überprüft sie auf Manipulationen.

Nicht alle Veranstalter haben so strenge Regeln, so etwa auch die Dreamhack. Die ESL macht mit ihren Regelungen Cheating fast unmöglich. Das begrüßt der Coder Ko1n: "Die Vorkehrungen der ESL sind gut und notwendig. Unmöglich scheint mir Cheating aber immer noch nicht, ich hätte eine Idee, wie trotzdem Cheats genutzt werden könnten." Genauer werden wollte er nicht. "Viel Energie werde ich dafür aber nicht einsetzen, ich erstelle keine Cheats für E-Sportler", ergänzt er. Andere Coder sehen keine Möglichkeiten, Cheats zu nutzen, außer der Cheater bekommt doch einen USB-Stick an seine Spielstation geschmuggelt.

Dass bei LAN-Turnieren noch Cheats eingesetzt werden, ist unwahrscheinlich, wenn auch nicht unmöglich. Für Onlineturniere wird es aber keinen hundertprozentigen Schutz geben. Cheats werden immer möglich sein. Valve könnte es den Cheat-Codern jedoch erschweren, wenn öfter Lücken im Spiel geschlossen würden und weiterhin am Anti-Cheat-System entwickelt würde. Die Cheat-Entwickler müssten nach neuen Möglichkeiten suchen, bestimmte Funktionen zu implementieren - das kann mehrere Monate dauern. In dieser Zeit wären auch die Onlinespiele größtenteils cheatfrei. Die E-Sport-Veranstalter versuchen bereits jetzt, mit zusätzlichen Anti-Cheat-Systemen das Betrügen einzudämmen. Ohne Valves Hilfe werden aber auch sie es nicht komplett schaffen.

 E-Sportler nutzen Private-Cheats
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NommisLP 20. Jun 2017

Hallo, ich habe nachgeguckt die PCs werden von OneGaming beugestellt, dazu kommen von...

bentol 01. Sep 2015

Ich vermisse die Teamansagen auch, vermutlich werden die aus Datenschutzgründen nicht...

googie 27. Aug 2015

Ich glaube das mit der K/D ist zu einfach. Wenn ich nur Sniper auf nem HC spiele oder nur...

TheBigLou13 26. Aug 2015

Stimmt nicht. In League wird viel gecheatet - allerdings wird auch zügig gebannt. Es...

NotAlive 25. Aug 2015

Du bist wahrscheinlich auch kein Pro dessen gamesense auf dem Level von Pro's liegt. Bei...


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