E-Sportler nutzen Private-Cheats

"Was man oberflächlich von der Coder-Szene sieht, ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt Supex0. Durch Streit, Flame und stärker werdendes Konkurrenzdenken in der Szene haben sich viele Coder zurückgezogen und tauschen sich nur noch in kleinen Gruppen aus. Das sind vor allem Coder, die mit dem Schreiben der Cheats die Herausforderung suchen und nicht möglichst viel Geld verdienen wollen. "Viele Coder in der Core-Szene machen das alles aus Spaß und suchen im Spiel teils wochenlang nach Lücken, die sie sich mal mehr, mal weniger kreativ für ihre Cheats zunutze machen. Ihre Cheats geben sie nur im kleinen Bekanntenkreis weiter", erklärt ein Cheat-Coder. Diese Art von Cheats werden Private-Cheats genannt und sind für professionelle Spieler besonders attraktiv.

"Kennt nur ein kleiner Personenkreis den Cheat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er von Anti-Cheat-Programmen entdeckt wird, sehr gering", erklärt uns ein anderer Cheat-Coder. Der Cheat von Supex0 wurde im November 2014 nur entdeckt, weil der Ligenbetreiber ESEA Informationen über ihn bekam und zusammen mit Valve die Nutzer des Cheats erkennen und sperren konnte, unter anderem auch die Profispieler Simon "smn" Beck und Hovik "KQLY" Tovmassian, deren Profikarrieren mit dem Auffliegen des Betrugs zu Ende gingen. Ohne den Leak wäre der Cheat noch länger unentdeckt geblieben.

Cheaten will gelernt sein

Professionelle Counter-Strike-Spieler wissen genau, wie sie ihre Cheats einsetzen dürfen, damit diese den Zuschauern nicht weiter auffallen. Sie cheaten - wie es in der Szene genannt wird - legit: Zielhilfen etwa (Aimbot und Aimlock) sind sehr schwach eingestellt und greifen nur, wenn das Fadenkreuz tatsächlich in der Nähe des Gegners ist. So wirkt es, als ob der Spieler einfach einen guten Tag habe. Sogenannte Visuals kommen gar nicht zum Einsatz. Dazu würden zum Beispiel Wallhacks zählen, bei denen Spieler beziehungsweise deren Umrisse bunt auch hinter Wänden zu sehen sind. Sie sind einfach viel zu auffällig.

AimbotDer Aimbot hilft dem Spieler beim Zielen auf Gegner. Er bewegt etwa das Fadenkreuz automatisch auf das Ziel. Einige Aimbots erkennen Spieler, auch wenn sie sich außerhalb des Sichtbereichs befinden. Wird er dann für einen kurzen Zeitpunkt aktiviert, erkennt der Spieler, wo er sich befindet - ähnlich wie bei einem Wallhack, nur dass der Spieler den Gegner nicht sieht.
TriggerbotWenn das Fadenkreuz auf den Gegner zeigt, wird durch einen Triggerbot automatisch auf ihn geschossen.
ESPESP ist eine Abkürzung für "Extra Sensory Perception". Sie markieren Gegner meistens und geben Informationen über die Waffe und die Gesundheitspunkte des Gegners und die Entfernung zu ihm.
RadarGegner und Mitspieler werden auf einem Radar angezeigt. Das Radar ist meistens ein Overlay über dem Spiel.
WallhackEs gibt viele verschiedene Wallhacks, eines haben sie alle gemeinsam: Gegner werden hinter Wänden und Kisten angezeigt. Ob die Wände transparent erscheinen oder die Umrisse des Gegners in leuchtenden Farben angezeigt werden, hängt vom Cheat ab.
Gängige Funktionen von Counter-Strike-Global-Offensive-Cheats - Erklärung

Auch ohne Cheats würden die meisten Profis den durchschnittlichen Spieler ohne Probleme besiegen, da sie sich mit ihren Bewegungen und Fertigkeiten zum Spielen auf einem professionellen Level bewegen. Die unterstützenden Elemente können in wichtigen Momenten aber über Sieg und Niederlage entscheiden - und damit über viel Geld.

Da selbst Experten anhand von Spielszenen nicht erkennen können, ob Cheats eingesetzt werden, bleiben allein Anti-Cheat-Programme, um Betrüger zu entlarven. "Anti-Cheat-Anwendungen funktionieren im Prinzip wie Antivirenprogramme", erklärt Marcel Menge von Turtle Entertainment im Gespräch mit Golem.de. Er entwickelt am Anti-Cheat-Programm der ESL.

Auch Valve selbst hat ein Anti-Cheat-System für Counter-Strike Global Offensive: die VAC-Detection. "VAC basiert hauptsächlich auf einer Blacklist und ein paar weiteren Erkennungsmechanismen", erklärt uns Ko1n. Die Hersteller sprechen nicht gerne über Anti-Cheat-Anwendungen, da sie die Mechanismen nicht erklären wollen, um keine neuen Angriffsmöglichkeiten zu schaffen. Es werden also hauptsächlich bereits bekannte Cheats erkannt. Für das normale Matchmaking reicht das System aus, da in regelmäßigen Bannwellen die Cheats der großen Anbieter gebannt werden. Unbekannte, private Cheats bleiben aber größtenteils unentdeckt.

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 Cheating im E-Sport: Digitales DopingDer Kampf gegen Cheater 
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NommisLP 20. Jun 2017

Hallo, ich habe nachgeguckt die PCs werden von OneGaming beugestellt, dazu kommen von...

bentol 01. Sep 2015

Ich vermisse die Teamansagen auch, vermutlich werden die aus Datenschutzgründen nicht...

googie 27. Aug 2015

Ich glaube das mit der K/D ist zu einfach. Wenn ich nur Sniper auf nem HC spiele oder nur...

TheBigLou13 26. Aug 2015

Stimmt nicht. In League wird viel gecheatet - allerdings wird auch zügig gebannt. Es...



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