ChatGPT: OpenAI streicht "sicher" aus seinem Leitbild
OpenAI hat sein Leitbild stillschweigend überarbeitet und das Wort "sicher" aus seinen Kernzielen gestrichen, wie aus US-Steuerunterlagen vom November 2025 hervorgeht, über die The Conversation berichtet.(öffnet im neuen Fenster)
Zuvor hatte das KI-Unternehmen erklärt, künstliche Intelligenz entwickeln zu wollen, die " der Menschheit auf sichere Weise nutzt, unabhängig von finanziellen Renditezielen" . Die Fassung von 2024(öffnet im neuen Fenster) lautet nun schlicht: "sicherzustellen, dass künstliche allgemeine Intelligenz der gesamten Menschheit zugutekommt" .
Die Änderung erschien im Formular 990, das gemeinnützige Organisationen jährlich beim US-Finanzamt IRS einreichen müssen. Sie fällt zusammen mit OpenAIs Transformation von einem forschungsorientierten Non-Profit-Labor zu einer gewinnorientierten Unternehmensstruktur. Beobachter halten das Timing für bemerkenswert, da OpenAI derzeit mit mehreren Klagen wegen der Produktsicherheit konfrontiert ist(öffnet im neuen Fenster) – Kläger werfen dem Unternehmen psychologische Manipulation, fahrlässige Tötung und Fahrlässigkeit vor.
Laut dem Tech-Portal Platformer(öffnet im neuen Fenster) löste das Unternehmen auch sein Team für "Mission Alignment" auf.
OpenAI wurde 2015 als gemeinnütziges wissenschaftliches Forschungslabor gegründet und verpflichtete sich ursprünglich, seine Erkenntnisse öffentlich und lizenzfrei zu veröffentlichen. Das änderte sich 2019, als CEO Sam Altman eine gewinnorientierte Tochtergesellschaft gründete, um Venture-Kapital einzuwerben. Microsoft investierte zunächst 1 Milliarde US-Dollar und weitete dieses Engagement bis 2024 auf über 13 Milliarden US-Dollar aus.
Der Softwarekonzern erhielt Zusagen für künftige Gewinne, die auf das 100-fache seiner Investition gedeckelt sind, aber keinen Sitz im Verwaltungsrat. Eine nachfolgende Finanzierungsrunde Ende 2024 brachte 6,6 Milliarden US-Dollar ein – mit der Bedingung, dass OpenAI sich in ein klassisches Profit-Unternehmen umwandelt, bei dem Investoren ungedeckelte Anteile besitzen und möglicherweise Sitze im Vorstand erhalten können.
Neue Konzernstruktur teilt Kontrolle auf
Im Oktober 2025 einigte sich OpenAI mit den Generalstaatsanwälten von Kalifornien und Delaware auf eine Umstrukturierung mit zwei Einheiten(öffnet im neuen Fenster) : die gemeinnützige OpenAI Foundation und die gewinnorientierte OpenAI Group. Die Stiftung behielt rund 26 Prozent der Anteile an der Profit-Einheit – und gab damit faktisch fast drei Viertel ihrer bisherigen Kontrolle auf.
Microsoft hält nun basierend auf seiner Gesamtinvestition von 13,8 Milliarden US-Dollar einen Anteil von 27 Prozent und liegt damit knapp über dem Stiftungsanteil. Mitarbeiter und andere Investoren kontrollieren die verbleibenden Anteile. Die OpenAI Group firmiert als Delaware Public Benefit Corporation(öffnet im neuen Fenster) , eine Rechtsform, die neben Aktionärsinteressen auch gesellschaftliche und ökologische Belange berücksichtigen muss.
Die Umstrukturierung erreichte ihr erklärtes Ziel, Investitionen anzuziehen: Anfang Februar 2026 verhandelte OpenAI über weitere 30 Milliarden US-Dollar von Softbank und potenziell 60 Milliarden US-Dollar von Amazon, Nvidia und Microsoft zusammen. Softbank finalisierte zuvor im Dezember 2025 eine Investition von 41 Milliarden US-Dollar.
OpenAIs Bewertung ist von 300 Milliarden US-Dollar im März 2025 auf derzeit über 500 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das Stiftungsvermögen wird auf 130 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die neue Struktur ermöglicht auch einen Börsengang.
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