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ChatGPT: KI-Figuren verhalten sich im Rollenspiel wie echte Menschen

Im kleinen Dorf Smallville leben 25 Figuren zusammen. Sie diskutieren, gehen arbeiten und speichern ihre Erlebnisse ab. Dabei hilft ChatGPT .
/ Oliver Nickel
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Im KI-Spiel leben ChatGPT-Agenten miteinander. (Bild: Google Research/Stanford University)
Im KI-Spiel leben ChatGPT-Agenten miteinander. Bild: Google Research/Stanford University

Ein Forschungsteam mit Mitgliedern der Stanford University und von Google Research arbeitet an einem Simulator, der menschliches Verhalten in einem Rollenspiel nachstellen soll. Dafür hat das Team ein 2D-RPG mit mehreren Häusern und Standorten erstellt und diese mit 25 Bewohnern befüllt. Jeder der Figuren wird von einem KI-Agenten gesteuert: Er legt Verhalten, Tagesroutinen und Reaktionen auf andere Agenten fest.

"Generative Agenten wachen auf, bereiten Frühstück zu und gehen zur Arbeit; Künstler malen, Autoren schreiben. Sie formen Meinungen, erkennen sich gegenseitig und leiten Konversationen ein" , schreiben die Forscher im Paper dazu(öffnet im neuen Fenster) . Dabei wird der Sprachgenerator ChatGPT genutzt, der Kommandos verarbeiten und selbst Antworten in natürlicher Sprache ausgeben kann. Es soll auch möglich sein, dass die KI-Agenten von menschlichen Beobachtern Kommandos eingespielt bekommen, die sich auf das jeweilige Verhalten auswirken. Auch basieren die grundlegenden Persönlichkeiten und Identitäten der Agenten auf in natürlicher Sprache verfassten Biografien.

Gedanken speichern und daraus lernen

ChatGPT allein kann jedoch nur begrenzt auf vergangene Prompts reagieren. Deshalb definiert das Team ein weiteres Modul, durch das Agenten ihre Langzeitgedanken in natürlicher Sprache und Textform in einer Liste abspeichern. Diese Liste dient als Referenz für künftige Interaktionen mit der Spielwelt – also als eine Art Gedächtnis. Ein zweites KI-System generiert aus den Aufzeichnungen auf lange Sicht weitere Inferenzen für das KI-Modul – also Entscheidungsstränge und Gewichtungen, die das Verhalten der KI auf andere Agenten definieren.

Eine dritte Komponente übernimmt die langzeitige Planung und setzt Entscheidungen in Verhaltensmuster um, die für bestimmte Situationen und für den jeweiligen Charakter am besten sind – etwa wie es Menschen auf Basis eigener Lebenserfahrung und vergangener Ereignisse tun. Die KI-gesteuerten Figuren können laut den Forschern so etwa auf Ereignisse wie einen virtuellen Valentinstag reagieren, Einladungen verschicken und mit einem Date zur Party erscheinen.

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Das Team sieht Anwendungszwecke für das System etwa bei Spielen und interaktiven Simulationen. Man stelle sich ein Sims-Spiel vor, in dem Figuren realistisch auf von Menschen gesteuerte Charaktere reagieren und ihre Erfahrung für weitere Spielesitzungen speichern und daraus lernen. Das System könne auch für soziale Simulationen und Übungen genutzt werden und etwa auf schwierige Gespräche vorbereiten, bei denen sich Menschen unsicher fühlen – etwa ein Bewerbungsgespräch oder das erste Date, heißt es.

Bis das allerdings praktisch einsetzbar ist, dauert es noch ein wenig. Aktuell können nur 25 Agenten gleichzeitig berechnet werden. Das benötigt zudem enorme Rechenressourcen, die einer Privatperson nicht realistisch zur Verfügung stehen.


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