ChatGPT, Gemini und Co.: KI-Suchmaschinen zitieren News-Quellen falsch

Eine Studie des Tow Center for Digital Journalism des Columbia Journalism Review hat in einer Studie(öffnet im neuen Fenster) herausgefunden, dass KI-Suchmaschinen bei 60 Prozent der Anfragen falsche Quellen nennen. Für die Forscher ist das vor allem vor dem Hintergrund problematisch, dass 25 Prozent der US-Amerikaner mittlerweile KI-Chatbots verwenden, um Nachrichten zu lesen.
In der Studie wurden acht KI-Chatbots mit Live-Suchfunktion untersucht, denen Textausschnitte aus Online-News-Artikeln gegeben wurden. Die KI-Suchen sollten dann die Überschrift des Artikels, die Webseite, das Veröffentlichungsdatum und die URL angeben.
Dabei fanden die Forscher heraus, dass die Chatbots grundsätzlich schlecht darin seien, Fragen, deren Antwort sie nicht wüssten, abzulehnen. Stattdessen erfand eine Reihe der untersuchten Chatbots Antworten und sogar URLs. Untersucht wurden die ChatGPT-Suche, Perplexity, Perplexity Pro, Deepseek Search, Copilot, Grok-2 Search, Grok-3 Search und Gemini.
Perplexity ist am zuverlässigsten – aber nicht in der Pro-Version
Am besten schnitt Perplexity mit einer Fehlerquote von 37 Prozent ab, am schlechtesten Grok-3 mit einer Fehlerquote von 94 Prozent. Interessanterweise liefert die Bezahlversion von Perplexity, Perplexity Pro, mehr falsche Antworten. Die Basisversion lehnt bei Anfragen, die sie nicht sicher beantworten kann, die Antwort ab; die Pro-Version hingegen beantwortet mehr Anfragen, dafür aber auch mehr davon falsch.
Oft enthielten die Antworten auch nicht alle geforderten Informationen, was das Tow Center als unvollständige Antwort wertete. Oft wurde den Forschern auch nicht die ursprüngliche Quelle des Artikels angezeigt, sondern ein Verwerter wie Yahoo News – obwohl die Originalquelle bei Google bei Eingabe des gleichen Textfragments unter den ersten drei Ergebnissen ist. Das ist für Webseiten problematisch, da Nutzer nicht auf ihre Webseite kommen.
Noch problematischer für Publisher ist der Umstand, dass die Suchmaschinen teilweise auch Artikel heraussuchten, obwohl auf den jeweiligen Webseiten die Nutzung von Crawlern untersagt ist. Auch Bezahlschranken sind nicht immer ein Hindernis: Perplexitys kostenlose Version ordnete bei zehn von zehn National-Geographic-Artikeln die Textfragmente korrekt zu, obwohl diese hinter einer Paywall stecken.
KI-Chatbots nehmen Webseiten die Leser weg
Seit dem Aufkommen von KI-Suchmaschinen haben unter anderem News-Webseiten Probleme, Nutzer auf ihre Artikel zu bringen. Die KI-Chatbots extrahieren die Informationen und präsentieren sie als fertigen Text, ein Besuch der Webseite wird überflüssig. Umso wichtiger ist es, dass die Quellen korrekt wiedergegeben werden – was ein Problem zu sein scheint.



