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Chatbots: Mistral legt erschreckende Umweltbilanz für KI-Modelle vor

Eine KI-Anfrage bei Mistral erzeugt so viel CO2 wie zehn Sekunden Netflix - doch Millionen von Abfragen summieren sich zu messbaren Umweltfolgen.
/ Andreas Donath
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Das Logo von Mistral ist eine Katze. (Bild: Mistral AI)
Das Logo von Mistral ist eine Katze. Bild: Mistral AI

Das französische KI-Unternehmen Mistral hat nach eigenen Angaben die erste umfassende Umweltprüfung(öffnet im neuen Fenster) eines großen Sprachmodells veröffentlicht. Die Bewertung untersucht den CO 2 -Fußabdruck, Wasserverbrauch und Materialverbrauch des Large-2-Modells über einen Betriebszeitraum von 18 Monaten.

Die Studie wurde gemeinsam mit der Nachhaltigkeitsberatung Carbone 4 und der französischen Agentur für ökologischen Wandel durchgeführt und folgt den Frugal-AI-Richtlinien der französischen Regierung. Das Forschungsteam analysierte drei zentrale Kategorien der Umweltauswirkungen durch die Nutzung von KI-Modellen.

Den Ergebnissen zufolge produziert eine einzelne Anfrage, die etwa 400 Token generiert, 1,14 Gramm CO 2 -Emissionen und verbraucht 45 Milliliter Wasser. Auch wenn jede einzelne Abfrage nur minimale Umweltauswirkungen zeigt, entstehen durch die kumulative Wirkung von Millionen Anfragen erhebliche Konsequenzen.

Über einen Zeitraum von 18 Monaten erzeugte Mistrals Modell 20,4 Kilotonnen CO 2 -Emissionen, was der jährlichen Produktion von 4.500 Personenkraftwagen entspricht. Das System verbrauchte außerdem 281.000 Kubikmeter Wasser, genug um 112 olympische Schwimmbecken zu füllen.

Umweltkontext und Vergleiche

Die Prüfung zeigt, dass Modelltraining und Inferenz den Großteil der Umweltauswirkungen ausmachen. Training und Ausführung von Abfragen tragen 85,5 Prozent der CO 2 -Emissionen und 91 Prozent des Wasserverbrauchs bei, während der Infrastrukturbau kleinere Anteile daran hat.

Mistrals Daten stimmen mit früheren wissenschaftlichen Untersuchungen zu KI-Umweltauswirkungen überein. Forscher der University of California, Riverside schätzten 17 Milliliter Wasserverbrauch pro GPT-3-Anfrage, während eine 2024 in Nature veröffentlichte Studie 2,2 Gramm CO 2 -Emissionen pro ChatGPT-Abfrage berechnete.

Ob andere große KI-Unternehmen Mistrals Vorbild folgen und derartige Zahlen veröffentlichen, bleibt unklar.


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