Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Chat: Russland blockiert Whatsapp

Nutzer in Russland können Whatsapp nicht mehr benutzen – die Regierung will den eigenen, unverschlüsselten Messenger etablieren.
/ Tobias Költzsch
6 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Whatsapp funktioniert in Russland offenbar nicht mehr. (Bild: AFP via Getty Images)
Whatsapp funktioniert in Russland offenbar nicht mehr. Bild: AFP via Getty Images

Die russische Regierung hat den Zugang zu Whatsapp in dem Land gesperrt. Das berichten verschiedene Medien, unter anderem die BBC(öffnet im neuen Fenster) und die Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (FT). Auch Whatsapp selbst äußerte sich(öffnet im neuen Fenster) zu dem Vorgang.

Das zu Meta gehörende Unternehmen erklärte, dass die russische Regierung versuche, Whatsapp "komplett zu blockieren" . Der FT zufolge können die rund 100 Millionen registrierten russischen Nutzer den Messenger nicht mehr verwenden.

Außerdem löschte die Regierung Whatsapp aus dem staatlichen App-Marktplatz. Entsprechend ist eine Nutzung ohne Workarounds wie VPN-Clients nicht mehr möglich. Die FT vermutet, dass die russische Regierung die Nutzer zum staatlichen Messenger Max bringen will.

Whatsapp soll gegen Gesetze verstoßen

Dem russischen Regierungssprecher Dimitri Peskow zufolge wurde Whatsapp wegen "Metas Weigerung, den Normen und Gesetzen Russlands zu folgen" gesperrt, wie die BBC schreibt. Unter anderem müssen Messenger in Russland die Daten der Nutzer im Land speichern. Sobald sich das Unternehmen an die Gesetze halte, könne der Messenger wieder online gehen, so Peskow.

Kritiker werfen der Regierung vor, dass sie den eigenen Messenger Max zur Überwachung nutzen wolle. Die Chat-App ist anders als Whatsapp nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Max ist dem chinesischen Wechat nachempfunden und bietet als sogenannte Super-App nicht nur eine Chatfunktion, sondern auch Zugang zu Behördendiensten.

Die russische Regierung ging erst kürzlich gegen den im Land sehr beliebten Messenger Telegram vor. Laut CNN(öffnet im neuen Fenster) wurde der Dienst landesweit gestört, was zu Ausfällen führte. Der Regierung zufolge geschah dies "zum Schutz russischer Bürger" , da Telegram kriminelle und terroristische Aktivitäten dulde.

Kritik auch von Kreml-Befürwortern

Die Maßnahme gegen Telegram führte auch zu Kritik innerhalb des Regierungsapparats. Der Gouverneur der Region Belgorod etwa sagte: "Ich bin besorgt, dass eine Verlangsamung von Telegram den Informationsfluss beeinträchtigen könnte, wenn sich die Lage verschlechtert." Telegram wird auch von Soldaten in Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine verwendet.


Relevante Themen