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Alte Probleme von E-Mail bleiben erhalten

Zugegeben: Die von uns beschriebenen Probleme bei der Einrichtung sind irgendwann überwunden und wir können uns Nachrichten schreiben, sogar verschlüsselt. Dass COI aber übliche Messenger ersetzen könnte, halten wir dennoch schon allein deshalb für unwahrscheinlich, weil E-Mail nie als Mittel zur Echtzeitkommunikation ausgelegt gewesen ist, sondern stattdessen das Paradebeispiel für asynchrone Kommunikation ist.

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Zwar wirken heute Messenger-Apps wie SMS und könnten dementsprechend auch als asynchrone Systeme gelten. Das betrachtet aber eigentlich nur die Übertragungsweise und weniger die tatsächliche Nutzung. Denn in sehr vielen Fällen werden Messenger wie Whatsapp auch als Echtzeit-Chats verwendet, teilweise sogar in größeren Gruppen, und die Dienste sind auch genau dafür ausgelegt.

E-Mail-Server hingegen haben immer mal wieder eine verzögerte Kommunikation, können unter Umständen volllaufen, Nachrichten wegen bestimmter Richtlinien ablehnen oder die Zustellung zumindest verzögern. In einer Gruppenkommunikation mit zum Beispiel 20 Personen an verschiedenen Standorten der Welt und entsprechend unterschiedlichen IMAP-Servern sind Fehler bei der versuchten Echtzeitkommunikation eigentlich vorprogrammiert.

Diese Probleme des föderierten E-Mail-Netzwerkes umgehen heutige Messenger-Systeme üblicherweise durch eine Art Zentralisierung ihrer Backend-Systeme. Für das eigentlich föderierte Chat-System XMPP werden Gruppenchats in der Regel nicht föderiert. Und selbst das noch relativ neue Matrix-System betreibt sehr viel Aufwand, um den Zustand von Gruppenchats in dem föderierten Netzwerk auf dem gleichen Stand zu halten. Dies mit E-Mail-Servern zu erreichen, ist wohl ein enormer Aufwand.

Alte Krypto nicht mehr gut genug

Woran das E-Mail-System aus heutiger Sicht ebenfalls krankt, ist das doch eher veraltete Verschlüsselungssystem PGP. COI benutzt PGP mit dem Autocrypt-Standard, der vor allem die Handhabung und den Austausch von Schlüsseln erleichtern soll. Tatsächlich erhalten wir bei unseren Tests ohne unser Zutun eine verschlüsselte Kommunikation. Wir haben jedoch auch das Problem, dass Microsofts Exchange-Server kaputte PGP/MIME-Nachrichten erzeugt.

Das ist seit Jahren bekannt, verhindert bei uns aber zunächst die verschlüsselte Verwendung von COI über den üblichen Server. Um dieses Problem zu lösen, hilft nur ein anderer SMTP-Server. Viele Nutzer sind spätestens bei solchen Fehlern mit dem neuen Chat-Systems auf Basis von E-Mail wohl hemmungslos überfordert.

Hinzu kommt, dass PGP keinerlei Technik für Perfect Forward Secrecy bietet. Ebenso ist keine Abstreitbarkeit gegeben. Diese beiden Techniken gehören aber zu den wohl wichtigsten Prinzipien des Signal-Protokolls, das zusätzlich zur namensgebenden App auch in einem Messenger wie Whatsapp und anderen zum Einsatz kommt.

Auch wenn die Idee zur Wiederverwendung von E-Mails als Messenger durchaus seinen Reiz hat, wie wir eingangs erwähnt haben, könnten wir die hier schon lange Liste an tatsächlichen und möglichen weiteren Problemen wohl ohne weiteres fortsetzen. So kann das System keine Alternative zu bestehende Lösungen werden. Dazu ist COI einfach nicht gut genug.

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 E-Mail bleibt unbequem
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unieasy 30. Jun 2019

Hallo, da stimme ich voll zu - der Artikel liest sich wirklich so, als würde man alles...

dummzeuch 31. Mai 2019

OK, Danke für die Info. Mit Rust bin ich dann raus, was evtl. Mithilfe in diesem Projekt...

nostradamos 30. Mai 2019

Ist schon ein paar Tage her als ich mir spike angeschaut habe, aber was zu erwähnen ist...

gfa-g 12. Mai 2019

Die Welt besteht nicht nur aus Handies. Chatten am Desktop/Laptop ist wichtig.

gfa-g 12. Mai 2019

Keine Alternative. Desktopsysteme müssen auch funktionieren.


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