Chat mit Nawalny-Vertrautem: Niederländische Politiker fallen auf Deep Fake herein

Holländische Politiker sind von einem Deep Fake getäuscht worden. Ein Unbekannter gab sich per Video-Chat als Stabschef von Alexei Nawalny aus.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Ein Fremder gab sich via Deep Fake als Leonid Volkov aus.
Ein Fremder gab sich via Deep Fake als Leonid Volkov aus. (Bild: Petras Maukas/AFP via Getty Images)

Mehrere Politiker des niederländischen Außenministeriums sind auf einen Deep Fake hereingefallen. Das berichtet die holländische NLTimes. Ein Unbekannter hat sich demnach mit Hilfe digitaler Manipulation als Stabschef des russischen Oppositionsführers Alexei Nawalny ausgegeben.

In der Annahme, sie sprächen mit Leonid Volkov, ließen sich die Parlamentarier auf ein Zoom-Meeting ein. Inhalte des Gesprächs sind nicht bekannt, ein politischer Schaden ist durch die Konversation dem Anschein nach nicht entstanden. Die betroffenen Politiker bezeichnen das Ereignis jedoch als besorgniserregend.

Wer hinter dem Betrug steckt, bleibt unklar. Fest scheint indes zu stehen, dass die holländischen Politiker nicht die einzigen Opfer des falschen Leonid Volkovs waren. Weitere manipulierte Videoanrufe im Namen des russischen Oppsitionellen hat es laut Bericht zuvor auch in Lettland und der Ukraine gegeben. Zudem sollen ähnliche Kontaktaufnahmeversuche mit Politikern in Estland, Litauen und Großbritannien stattgefunden haben.

Deep Fakes könnten Videokonferenzen gefährden

Die holländische Regierung sucht eigenen Angaben zufolge nun nach Wegen, um derartige Vorkommnisse künftig zu unterbinden. Videokonferenzen gehören in Pandemie-Zeiten zum politischen Alltag. Ruben Brekelmans von der konservativ-liberalen Partei VVD war bei dem gefälschten Zoom-Meeting anwesend und fürchtet laut Bericht, dass derartige Ereignisse die Bereitschaft zur digitalen Kommunikation in der Politik dämpfen könnten.

Deep Fakes ermöglichen es, mit Hilfe künstlicher Intelligenz Videos oder Livestreams so zu manipulieren, dass das Gesicht eines Menschen durch das eines anderen ersetzt wird. Das Ergebnis wirkt im besten Fall lebensecht und ist von ungeschulten Augen kaum als Fälschung zu erkennen.

Aktuell wird diese Technologie vorwiegend zu Unterhaltungszwecken eingesetzt. Im Netz häufen sich aber bereits Fälle des Missbrauchs, bei dem etwa gefälschte Nacktfotos erstellt und in Umlauf gebracht werden. Mit zunehmender Qualität der Fälschungen wächst das Potenzial, Deep Fakes als politische Waffe einzusetzen. Das Ereignis in Holland könnte dabei nur der Vorbote deutlich weitreichenderer Manipulationen sein.

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