Chariklo: Asteroid mit zwei Ringen entdeckt

In unserem Sonnensystem haben die Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun Ringe - so dachte man zumindest bisher. Beim Saturn sind sie gut erkennbar, während sie bei den anderen Planeten nicht so hervorstechen. Doch auch der Kleinplanet Chariklo(öffnet im neuen Fenster) besitzt ein Ringsystem, das sogar aus zwei Ringen besteht. Diese Beobachtung machten Forscher mit Hilfe von einigen Observatorien in Südamerika. Insgesamt waren sieben Teleskope, einschließlich des dänischen 1,54-Meter-Teleskops(öffnet im neuen Fenster) und des Trappist-Teleskops(öffnet im neuen Fenster) am La-Silla-Observatorium des Eso(öffnet im neuen Fenster) (European Southern Observatory) in Chile an der Untersuchung beteiligt.

Der Kleinplanet gehört zu der Gruppe der Zentauren(öffnet im neuen Fenster) . Das sind kleine Himmelskörper, welche die Umlaufbahnen der Gasplaneten kreuzen. Ihre Bezeichnung weist darauf hin, dass sie zwei Eigenschaften haben können. Einige von ihnen ähneln eher Asteroiden(öffnet im neuen Fenster) , die anderen eher Kometen(öffnet im neuen Fenster) . Chariklo ähnelt von seinen Eigenschaften eher einem Asteroiden.



Chariklo kreist zwischen Saturn und Uranus. Die Ringe konnten während der Passage des Himmelskörpers vor einem Stern erkannt werden. Während einiger Sekunden verdeckte der im Durchmesser 250 Kilometer große Kleinplanet den Stern. Doch anders als erwartet, gab es vor der Hauptbedeckung und danach zweimal Lichtabstufungen - das waren die Ringe, die sieben und drei Kilometer Breite aufweisen und einen Abstand von neun Kilometern zueinander besitzen.
"Wir haben nicht nach einem Ring gesucht und haben nicht einmal gedacht, dass so kleine Himmelskörper wie Chariklo welche besitzen könnten. Somit war ihre Entdeckung - und die verblüffende Menge an Details, die wir im Ringsystem sehen - eine vollkommene Überraschung" , so Felipe Braga-Ribas vom Observatório Nacional/MCTI in Rio de Janeiro.
Die Ringe wurden nach zwei Flüssen in Brasilien, Oiapoque(öffnet im neuen Fenster) und Chuí,(öffnet im neuen Fenster) , benannt, doch diese Benennung ist nur provisorisch - die offiziellen Namen werden noch vergeben.
Woher die Ringe stammen, konnten die Forscher nicht klären, vermuten aber eine Kollision des Asteroiden mit anderen Himmelskörpern, woraus die Trümmer entstanden, die um den Kleinplaneten kreisen. Eventuell besitzt der Kleinplanet auch noch einen Mond, der aber noch nicht entdeckt wurde. Auch aus den Trümmern könnte sich ein neuer Mond bilden.
Die Forscher haben ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Nature unter dem Titel "A ring system detected around the Centaur (10199) Chariklo" online veröffentlicht.



