Chaos Computer Club: Was eine Smoking Gun von Huawei anrichten könnte

Der Chaos Computer Club hat einmal durchgespielt, welche Möglichkeiten ein böswilliger Ausrüster im 5G-Netz wirklich hätte. Dies wird vom IT-Sicherheitsgesetz aber ignoriert.

Ein Bericht von veröffentlicht am
Huawei-Gründer Ren Zhengfei im Februar 2021
Huawei-Gründer Ren Zhengfei im Februar 2021 (Bild: Jessica Yang/AFP via Getty Images)

Die Diskussion um chinesische 5G-Ausrüster ist laut Chaos Computer Club "völlig lächerlich und fehlgeleitet". Das erklärte der Chaos Computer Club in einer Sachverständigenauskunft zum Entwurf des neuen IT-Sicherheitsgesetzes in dieser Woche. Die Debatte "sei ein herausragendes Beispiel für die Hilflosigkeit, Strategielosigkeit und Ahnungslosigkeit der bundesdeutschen IT-Sicherheitspolitik." Der CCC geht der Frage nach, welchen Schaden ein nicht vertrauenswürdiger Ausrüster im Mobilfunk oder Festnetz tatsächlich anrichten könnte.

Inhalt:
  1. Chaos Computer Club: Was eine Smoking Gun von Huawei anrichten könnte
  2. Tatsächliche Sicherheitsprüfung statt Herkunftscheck

So könnten laut CCC durch Firmen wie Huawei, ZTE, Nokia und Ericsson grundsätzlich Schwachstellen bereitgestellt werden, die zur Beeinträchtigung der Verfügbarkeit, Integrität oder Vertraulichkeit eines Kommunikationsnetzes geeignet seien.

Sabotage würde sofort bekannt

Doch das Sabotieren der Kommunikationsinfrastruktur werde als kriegerischer Akt "unmittelbar bekannt und ließe sich mit großer Wahrscheinlichkeit" sowohl nachweisen als auch zuschreiben. Die ökonomischen Konsequenzen für den Hersteller wären laut CCC fatal.

Die Beeinträchtigung der Integrität des Netzes könnte im Umlenken von Verbindungen bestehen, was aber einen "breitbandigen Zugang zum manipulierten Ziel-Netz" voraussetzen würde. Der Netzwerkbetreiber könne diese Zugriffe erkennen und unterbinden, "da relevante Teile der kritischen Kommunikationsinfrastrukturen nicht ungehindert über das Internet administrativ erreichbar sind", erklären die Experten.

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Die Schwächung eines Kommunikationsnetzes, etwa bei der Verschlüsselung auf der Luftschnittstelle, würde dagegen ein Abhören der Netzverbindungen zur Spionage mit einfachen Mitteln ermöglichen, ohne dass Auffälligkeiten im Netzwerk zur Entdeckung führen könnten, legen die CCC-Experten dar. "Dieses wahrscheinlichste Angriffsszenario wird jedoch durch den vorliegenden Gesetzesvorschlag explizit ignoriert, indem nur Verfügbarkeit und Integrität als Schutzziele genannt" und die Vertraulichkeit ausgeklammert werde. Dies könnte damit zusammenhängen, dass der Auslandsgeheimdienst der Bundesrepublik (BND) mit der geplanten Novelle des BND-Gesetzes ausdrücklich zu Angriffen auf die Vertraulichkeit der Kommunikationsnetze ermächtigt wird.

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Tatsächliche Sicherheitsprüfung statt Herkunftscheck 
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Lanski 08. Mär 2021

Das passiert wenn diverse Welten oder eher Weltanschauungen aufeinander Prallen die aber...

wurstdings 05. Mär 2021

Ich auch, jetzt müssten nurnoch unsere Politiker auf den CCC hören, aber die wollen halt...

ilovekuchen 04. Mär 2021

Meinst du hp mit ihren Elitebook oder Samsung? Oder meinst du die deutsche Regierung die...

Tubes 04. Mär 2021

Wie blöd sind wir hier eigentlich inzwischen? Das kann doch nicht alles wahr sein.

486dx4-160 04. Mär 2021

Ja, das ist der Spätkapitalismus: Jedes Land versucht, "Champions" aufzubauen, die einen...



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