Tatsächliche Sicherheitsprüfung statt Herkunftscheck

Die Definition vertrauenswürdiger Anbieter muss sich laut CCC nicht auf die Herkunft des Anbieters, "sondern auf die tatsächliche und prüfbare technische Sicherheit und Sicherbarkeit ihrer Produkte erstrecken". Alle Anbieter kritischer Infrastruktur sollten unabhängig von ihrem Herkunftsland nur dann zulässig sein, "wenn sichergestellt ist, dass das tatsächlich im Einsatz befindliche System auditiert werden kann. Entsprechende Auditierungen sollten regelmäßig stattfinden. Die technischen Voraussetzungen (Reproducible Builds, Bereitstellung von unabhängigen Audit-Ressourcen entsprechend dem Update-Tempo, Nachweis von Best Practices für Mitigation in Architektur, Coding-Praxis, Build-Prozess etc.) sollten in die Anforderungen für alle Anbieterinnen aufgenommen werden."

Doch weitgehende Sicherheit in den Netzen ist laut CCC nicht unerreichbar: Zusätzlich zu fortlaufenden, vollständigen Sicherheits-Audits aller Netzwerk-Komponenten sollten laut CCC Netzbetreiber verpflichtet werden, Systeme zur Detektion von Anomalien in der Kommunikation zwischen den verwendeten Komponenten zu betreiben. Diese sollten Anzeichen für Kompromittierung durch Angreifer oder eine Ausnutzung von Back- und Bugdoors detektieren können.

Der CCC hält es unter Berufung auf einen Bericht des Handelsblatts für möglich, dass der Bundesregierung Beweise gegen Huawei vorliegen, die aber nicht genutzt werden. Laut Handelsblatt meint das Außenministerium, es gäbe nachrichtendienstliche Informationen aus den USA von Mitte Dezember 2019, denen zufolge Huawei nachweislich mit chinesischen Sicherheitsbehörden zusammenarbeitet. Nach Informationen von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung aus dem Februar 2020 sind die deutschen Sicherheitsbehörden von den US-Hinweisen nicht überzeugt. Es gebe weiterhin keine Belege für Spionage durch Huawei. Mehrere Regierungsvertreter äußerten am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2020 zudem große Zweifel am Wahrheitsgehalt der amerikanischen Behauptungen. Ein hoher Regierungsbeamter sprach von "Propaganda".

BSI soll alle ihm bekannten Sicherheitslücken offenlegen

Der CCC fordert: "Wenn der Bundesregierung Beweise für die mangelnde Vertrauenswürdigkeit einer Herstellerin vorliegen, so möge sie diese der Öffentlichkeit präsentieren und daraus Konsequenzen ziehen."

Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) sei für Prozesse der Überprüfung nur dann vertrauenswürdig, wenn die Praxis beendet werde, Sicherheitslücken zu verheimlichen, damit BND, BfS, MAD, BKA und LKAs diese ausnutzen können: Das BSI müsse ein striktes Mandat zur schnellstmöglichen Behebung aller bekanntwerdenden Sicherheitslücken bekommen, für das keine Ausnahmen zugelassen werden könnten.

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 Chaos Computer Club: Was eine Smoking Gun von Huawei anrichten könnte
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Lanski 08. Mär 2021

Das passiert wenn diverse Welten oder eher Weltanschauungen aufeinander Prallen die aber...

wurstdings 05. Mär 2021

Ich auch, jetzt müssten nurnoch unsere Politiker auf den CCC hören, aber die wollen halt...

ilovekuchen 04. Mär 2021

Meinst du hp mit ihren Elitebook oder Samsung? Oder meinst du die deutsche Regierung die...

Tubes 04. Mär 2021

Wie blöd sind wir hier eigentlich inzwischen? Das kann doch nicht alles wahr sein.



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