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Da entlang ging es zum Chaos Communication Camp 2015.
Da entlang ging es zum Chaos Communication Camp 2015. (Bild: Jörg Thoma/Golem.de)

Gleise, überall Gleise

Die Gleise waren für die Mitglieder des Network Operation Center (NOC), die sich um die Infrastruktur des Camps kümmerten, allerdings zuweilen ein Ärgernis: Versehentlich über die Gleisanlagen gelegte Glasfaser-Kabel überlebten einen Spurkranz nicht. Dementsprechend abenteuerlich sah die Verlegung von Strom-, Wasser- und Internetkabeln aus: Entweder wurden die Gleisanlagen unterbuddelt oder mit Brückenkonstruktionen für Kabel überspannt. Insgesamt war es ein sehr interessanter Mix aus moderner Infrastruktur und dem Problem des Verlegens in Verbindung mit jahrhundertealter Technik, über die es im Ziegeleipark viel zu erfahren gab.

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Und zwar nur dort. Ein paar Suchanfragen offenbarten: Über die interessante Geschichte des Ortes, den die Veranstalter sich für das Camp aussuchten, gibt es im Internet eigentlich fast gar keine Informationen. Wer Details erfahren will, muss hinfahren.

Abenteuerliche Anfahrt mit den Öffis

Doch das war für die Hacker ohne eigenes Auto alles andere als einfach. Das Land Brandenburg hat in den letzten Jahrzehnten mit der Einstellung von Bahnverbindungen massiv zur Landflucht beigetragen. Das Konzept der Rufbusse - vor Abfahrt muss bei vielen Verbindungen die Verkehrgesellschaft 90 Minuten im Voraus per Telefon informiert werden - kennt der moderne Stadtnutzer mit seinem Smartphone nicht. Obendrein werden in den Apps der BVG und des VBB Rufbusse als solche nicht unbedingt angezeigt, so lange der Anwender sich nicht die Haltestellenübersicht anzeigen lässt. Erst dort, unter der Endhaltestelle, findet sich der Hinweis auf sie.

Wir hingegen hatten Glück. Als wir am Samstag den 838er zur Regionalbahnstation Zehdenick nehmen wollten, wartete schon ein übermüdeter Teilnehmer, der bereits auf dem Heimweg war und den Rufbus rechtzeitig gerufen hatte. Was dann kam, war allerdings nur ein kleiner Transporter für 8 Personen. Der Fahrer sagte uns: Nur wenn genug Fahrgäste anrufen, holt er schon mal den großen Bus. Gefahren wird allerdings nur die Strecke, die auch angefordert wurde. Ist der Bus voll oder nur für eine bestimmte Strecke gebucht, hat der Mitfahrer Pech gehabt. So ist das am Rande der Zivilisation.

Automatenbenutzung nur bei fehlenden Automaten

Immerhin war die Fahrt kostenlos, denn unser Rufbus hat keinen Ticketautomat. An der Regionalbahnstation der 13.000-Einwohner-Stadt Zehdenick erwartete uns dann gleich das nächste Problem: Ein Automat, 7 Minuten für den Umstieg und vier Personen. Wer schon einmal einen Deutsche-Bahn-Automaten bedient hat, weiß, dass es fast unmöglich ist, den Zug samt gültiger Fahrkarte zu erwischen.

In Brandenburg gilt zudem: Das Ticket muss auf Wunsch des Bundeslandes vor Betreten des Zuges gelöst werden. Der Automat im Zug ist nur für Bahnhöfe ohne ebensolche (sic!), und die Zugbegleiter dürften eigentlich gar keine Tickets mehr verkaufen. Sie sind noch kulant auf dem Land, verweisen aber darauf, dass der Fahrgast eigentlich dafür sorgen sollte, rechtzeitig am Bahnhof zu sein. Wir haben die Situation am Abreisetag nicht mehr beobachtet, können uns aber denken, was für eine Überlastung die hundertfach abreisenden Hacker im Verkehrsnetz erzeugt haben dürften. Der Anblick der wartenden, erschöpften Hacker an der Busstation am Ziegeleipark reichte uns. Immerhin organisierten sich die Hacker selbst. Es gab einen Bus auf Spendenbasis für 3 Euro pro Fahrt, und Mitfahrgelegenheiten gab es dank hilfsbereiter Teilnehmer ebenfalls.

Dürfen sie das tolle Internet behalten?

Doch nicht nur die Verkehrsanbindung ist alles andere als ideal. Eine Internet-Verbindung in der Gegend ist Glückssache. Besucher aus der Umgebung fragten die Hacker, ob das tolle Internet auch bleibe, wenn sie wieder fort seien. Wir waren sowohl mit O2- als auch Telekom-SIM-Karten auf dem Camp. Nur letztere hatten schnellen 3G-Empfang. Der Grund lag in einem von der Telekom geparkten mobilen Mobilfunkturm. Mit einer Richtfunkverbindung verband sich dieser mit einer anderen Zelle und verteilte das Signal in Richtung des Camps.

Dank einer hervorragenden WLAN-Infrastruktur waren Mobilfunkverbindungen aber nicht unbedingt notwendig. Mit zahlreichen Leihgaben und Spenden von Netzwerkequipment, das sich für Einzelpersonen laut der Veranstalter für Geld weder mieten noch kaufen lässt, gelang der Aufbau eines gigantischen Glasfaser- und Kupferkabelnetzes für die etwa 4.500 Teilnehmer. Das funktionierte vor allem dank guter Kontakte, denn so mancher Admin des CCC-Camps arbeitet ohnehin beispielsweise bei einem Hoster, der dem CCC positiv gegenüber eingestellt ist und etwas Equipment bereitstellt. "Wir geben aber alles zurück," hieß es beim Abschlussvortrag des NOC.

Marder, die Feinde der Glasfaserkabel

Die Details zu der Internetversorgung hat der Kollege bei Zeit-Online, Patrick Beuth, in einem Artikel niedergeschrieben. Wir beschränken uns dementsprechend auf ein paar Statistiken. Mehr als 10.000 WLAN-Geräte gab es auf dem Camp, von denen rund ein Drittel gleichzeitig online war. Im Durchschnitt wurden 1,27 GBit/s ins Camp gebracht und 3,38 GBit/s vom Camp nach draußen geführt. Weitere Details sollten sich unter dashboard.camp.ccc.de finden, derzeit ist die Webseite allerdings offline. Wohl auch deshalb waren Anwohner etwas neidisch, in Anbetracht der Leistung, die das CCC-Camp vollbrachte und nach Zehdenick brachte. Lediglich der eine oder andere Marder wollte wohl das "tolle Internet" verhindern und knabberte die Glasfaserleitungen zum Camp an. Das Kabel wurde dann einfach in die Höhe verlegt.

 Chaos Communication Camp 2015: Donnerschläge, Cert-Taucher und BimmelbahnhackerEvakuierung, per WLAN verfolgt 

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suicicoo 25. Aug 2015

*prust*

Moe479 23. Aug 2015

"brandenbrug ... stehn 3 nazis auf dem hügel, haben keinen zum verprügeln...

as (Golem.de) 20. Aug 2015

Hallo, Das ist glaube ich auch nicht in ein Gesetz gegossen sondern fällt unter...

THoMM 19. Aug 2015

Es gibt genügend in den verlinkten anderen Veröffentlichungen der Zeit;)



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