Change-Management: Was Unternehmen falsch machen, wenn sie agil sein wollen

Agil sein. Schneller sein. USPs herstellen. KPIs erhöhen. Der Konkurrenz den entscheidenden Schritt voraus sein. Das sind die Klassiker-Buzz-Sätze für die Vorstandsetagen. Doch ein Unternehmen agil zu machen, ist nicht einfach. Viele Firmen machen dabei große Fehler.

Artikel von Marvin Engel veröffentlicht am
Ein Grundsatz bei der Umstellung auf Agilität: die Mitarbeiter nicht überfordern.
Ein Grundsatz bei der Umstellung auf Agilität: die Mitarbeiter nicht überfordern. (Bild: Topical Press Agency/Freier Fotograf/Getty Images)

Nicht selten beginnt der sogenannte "Change" am Frühstückstisch eines Entscheiders, der gerade einen Artikel über Agilität gelesen hat. Agilität wird seit etwa fünf Jahren vermehrt als Heilmittel für so ziemlich alles im Unternehmen gesehen: mehr Mitarbeiterzufriedenheit, weil in agilen Strukturen mehr Selbst- und Mitbestimmung erlaubt ist, größere Gewinne, weil die Ergebnisse schneller präsentiert werden können, mehr Imagepflege, weil es hip ist, agil zu sein.

Inhalt:
  1. Change-Management: Was Unternehmen falsch machen, wenn sie agil sein wollen
  2. Agil macht nicht zwingend zufrieden
  3. Agil, aber nur ein bisschen

Natürlich gibt es viele Beispiele, in denen die Umstellung auf eine agile Arbeitsweise gelingt. Manchmal stiftet sie aber auch Chaos und sorgt für Verwirrung. Einer der häufigsten Fehler, die Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter dabei machen, ist, etwas zu verändern, wo es eigentlich nichts zu verändern gibt.

Agil wird nicht überall benötigt

Nur agil sein zu wollen, damit man es sich auf die Unternehmenswebseite schreiben kann, darf nicht das Ziel sein. Agilität zielt darauf ab, Kunden in einen Entwicklungsprozess einzubinden, Prozesse ganz und gar auf den Nutzer auszurichten und mit Hilfe von Iterationen, kurzen Entwicklungsperioden, schnelle, greifbare Zwischenergebnisse zu schaffen.

Prinzipiell klingt das alles vernünftig. Allerdings muss sich jedes Unternehmen und jede Führungskraft fragen: Ist das in meinem Fall überhaupt gewollt? Verlangt der Nutzer oder der Kunde diese ständige Einbindung und bringt sie der Firma Vorteile? Das führt zu einer anderen entscheidenden Frage: Brauche ich überhaupt eine Veränderung und wenn ja, was will ich damit bewirken?

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Ich habe als Projektmanager und Berater Abteilungsleiter erlebt, die nur deshalb agil sein wollten, weil der Kollege einer anderen Abteilung seine Arbeitsabläufe auf agile Arbeitsweisen umgestellt hat. Selbst nachdem wir eine Analyse seiner internen Prozesse durchgeführt und festgestellt hatten, dass die meisten seiner Arbeitsschritte in der Nähe des Optimums liefen, hielt er an der Idee fest. Schließlich hatte der Kollege für seine Umstellung auf Agilität extra ein Dankschreiben der Geschäftsführung - eine Art internen Innovationspreis - erhalten.

Unser Team musste ihm dezidiert darlegen, warum eine Umstellung auf agile Arbeitsweisen - zumindest in dieser Abteilung - eher zum Nachteil des Unternehmens wäre. Denn: In seiner Abteilung waren die Arbeitsschritte ähnlich wie auf einem Produktionsband organisiert. Ein Arbeitsschritt folgte dem nächsten, sie bauten aufeinander auf. Es war hier schlichtweg unmöglich, auf agile Arbeitsweisen umzustellen, da sonst die Produktionskette nicht fortgeführt werden konnte. Führt man in einem solchen Umfeld Agilität ein, richtet das nicht selten Chaos an.

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Agil macht nicht zwingend zufrieden 
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Anonymer Nutzer 16. Feb 2019

... wenn sich die Requirements häufig ändern. Wenn die Workflows bekannt sind und man...

Changeling 14. Feb 2019

Rege doch einmal an nur einen von denen als Internen abzuwerben und damit 10 Externe zu...

Changeling 14. Feb 2019

Obwohl ich im ersten Moment versucht war zuzustimmen, Jein. Ja, der Ursprung der...

Changeling 14. Feb 2019

In der Realität sehe ich meist Scrum Master die ich im direkten Vergleich eher mit der...

LucaTM 14. Feb 2019

Also wenn du mal Kant, Heidegger oder irgend einen anderen der berühmten Philosophen...



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